Die Werse an der Pleistermühle

Die Pleistermühle an der Werse kenne ich seit meiner Jugend. Die Mühle war damals noch eine Wassermühle, in der Mehl gemahlen wurde. Gut kann ich mich noch an die riesigen Mühlräder im Inneren der Mühle und die Transmissionsriemen erinnern. Der Betrieb vom Müller Meinert muß etwa Ende der 1960er Jahre eingestellt worden sein und das Gebäude verfiel.
Die 67 Kilometer lange Werse wird seit dem Mittelalter an der Mühle aufgestaut und ist somit ein sehr langsam fließendes Flüßchen durch das nördliche Westfalen. Weiter flußabwärts existieren noch die Sudmühle und die Havichhorster Mühle. Etwas nördlich davon mündet die Werse in die Ems.

Die Entwicklung des Ausflugsverkehrs an der Pleistermühle

Die Wassermühle Pleistermühle besteht seit mindestens 1320, anfangs als Teil des Rittergutes Schulze Pleister und wechselte danach diverse Male den Besitzer. Ansässig an der Mühle waren Müller, die die Mühle betrieben, so gegen 1800 Schopmann und 1828 Claesen oder Klaas.

Im Zuge der romantischen Bewegung "entdeckte" die städtische Bevölkerung die Natur und strömte bald in Scharen vor die Stadttore. Carl Spitzwegs "Der Sonntagsspaziergang" von 1841 zeigt auf wunderschöne Art und Weise eine solche Szenerie. Auch die Münsteraner zogen aus der Stadt. Wurde zuerst die ganz unmittelbare Umgebung aufgesucht wie z.B. der Schloßgarten, die neu angelegte Promenade und die "Insel" (ein Teil der alten Stadtbefestigung) samt Kaffeehaus, so wandte man sich bald weiter entfernt liegenden Zielen zu. Gerne besuchte man die Höfe der sogenannten "Milchbauern", die täglich mit Fuhrwerken Milch an ihre städtischen Kunden lieferten. Besondere Attraktivität hatte die Gegend östlich Münsters durch die vorbeifließende Werse, die nur etwa 6 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt lag. So boten in Handorf und St. Mauritz zunehmend Einheimische den Verkauf von heißem Wasser an und ersuchten bald um die genehmigungspflichtige Konzession zum Alkoholausschank, die akribisch von den Ämtern geprüft wurde.

Vor allem die Werse an der Pleistermühle entwickelte sich zum populären Badeparadies der Münsteraner. Bereits 1817 wurde wegen zahlreicher Badeunfälle eine Verordnung erlassen, die das Baden im Fluß gänzlich untersagte. Delinquenten, die dagegen verstießen, sollten arretiert und in die Stadt zurückgeführt werden. Augenscheinlich scherte sich niemand um dieses Verbot, ganz im Gegenteil. 1846 gibt es eine offizielle Beschwerde darüber, daß am öffentlichen Vergnügungsorte Pleistermühle Anstößigkeiten stattfänden. Ganz unbekleidete Männer führen von der Badestelle in einem Nachem umher, und legten dort an, wo das besuchende Publikum sitzt.

Ab 1850 kam es zu lebhaften Auseinandersetzungen der Pächter der Schenk- und Kaffeewirtschaft Pleistermühle (die dem Landwirt Große Bracht gehörte) mit dem Amt St. Mauritz um die Konzessionserteilung. Mit allen zur Vorfügung stehenden Mitteln versuchte man, das Gewerbe auch mit fehlender Konzession zu betreiben bis das Amt schließlich nachgab und die Erlaubnis erteilte. Betrieben wurde der Ausschank in einem typisch münsterländischen Kötterhaus mit Tenne, Ställen und Heuboden, wie ein im Archiv erhaltener Grundriß verrät. Im hinteren Teil des Hauses, hinter der großen Küche, befand sich eine "Upkammer" und der Schankraum. Von der Tenne und dem davor gelegenen Platz blickte man direkt auf die Mehlmühle, die nach einem Brand im Herbst 1861 einige Monate später wieder aufgebaut wurde.
Der Zulauf des Kaffeegartens der Pleistermühle und der Werse steigerte sich ab den 1875er Jahren kontinuierlich stark. Als dann ab 1881 am Mühlenkolk noch jeden Sommer eine Fluß-Badeanstalt des populären 13. Infanterieregimentes errichtet wurde, brachen alle Dämme. Bis mindestens 1882 wurde der Ausschank im alten Kötterhaus betrieben, danach erfolgte bis ca. 1890 ein großzügiger Ausbau des Gebäudes: das Haus wurde nach hinten stark verlängert. Vor das alte Tennentor erfolgte ein Anbau nach vorne und das Dachgeschoß wurde erhöht und ausgebaut. Das Nebengebäude, welches früher als Remise gedient hatte, wurde ebenfalls als Schankraum ausgebaut.

Ein Indiz für für den großen Besucherandrang in der Region ist auch, daß 1883 die "Werse-Dampf-Schiff-Fahrt" zwischen der Pleister- und Sudmühle eröffnet wurde. Auf einem 40 m langen umgebauten Rheinfrachter, der 50 Personen befördern konnte, hatten die Gäste viel Spaß und es tat der Freude keinen Abbruch, wenn der Kapitän des "Kleinen Günter" die Passagiere aufforderte, das Schiff durch Gewichtsverlagerung von einer Sandbank zu hieven. 1896 hatten die Fahrten ein jähes Ende, denn das Schiff versank augenscheinlich in den Wersefluten.

Quellen: eigene Untersuchungen vor allem im Stadtarchiv Münster.

Die Veränderung des Werseverlaufs an der Pleistermühle

Der Verlauf der Werse an der Pleistermühle hat sich in den letzten 140 Jahren stark verändert. Hier soll versucht werden, diese Entwicklung anhand von historischem Karten- und Photomaterial nachzuzeichnen.



Bis 1900

Die vermutlich älteste Karte, die detailliert den Bereich darstellt, stammt von 1884. Gut zu sehen sind zwei Gebäude auf und an der Holzbrücke, unter der sich der Wasserdurchlaß, die Schütten, befanden. Am Nordufer des Mühlenkolks sind ebenfalls zwei Gebäude eingezeichnet und mittig im Kolk sieht man eine Insel. Eine Insel ist auch auf der Karte der kleinmaßstäbigeren preußischen Uraufnahme von 1841 zu erkennen (hier keine Abbildung).
Photo von ca. 1880 oder früher. Zu sehen ist das alte Kötterhaus, in dem der Kaffeeausschank erfolgte. Das Nebengebäude diente ganz augenscheinlich noch landwirtschaftlichen Zwecken. Leider nicht gut erkennbar ist der Bereich des alten Stauwehrs. Dieses scheint allerdings nur ganz schmal mit einem ebenso schmalen Wasserauslaß gewesen zu sein. Dieser wurde mit einem Zaun gesichert. Vor dem Hintergrund des geringen Wasserdurchlasses ist auch die große Schilffläche und die womöglich darunter liegende Sandbank (hinter den Kahnfahrern) erklärbar.
Photo ca. 1890. Nachcolorierte Winteraufnahme, die Ruderboote wurden der Aufnahme hinzugefügt. Der Photograph stand am Südostufer. Gut erkennbar ist das grundlegend erweiterte Gebäude der Kaffeewirtschaft und der deutlich verbreiterte Wasserdurchlaß an der Mühle. Dieses führte zu einer völlig veränderten Situation im Mühlenkolk. Die große Schilffläche ist verschwunden, stattdessen entstand am Südostufer eine vorgelagerte flache Sandbank. Vergleicht man die Perspektive dieser Aufnahme mit der des nächsten Bildes, scheint sich die Sandbank zum neuen Ufer entwickelt zu haben.
Nachcoloriertes von Photo von 1898. Das Wehr ist noch nicht umgebaut. Am Gebäude der Kaffeewirtschaft wurde ein Abdach installiert.


1900 bis 1910

Karte von 1907. Nunmehr eingezeichnet sind drei Inseln, wobei die zwei südlichen augenscheinlich durch Abtrennungen vom südlichen Festland entstanden sind.
Photo von zwischen 1900 und 1905. Das Mühlenwehr wurde durch Mauern in zwei Bereiche geteilt und ein "Badehaus" angebaut. Das Ufer der Kaffeewirtschaft ist noch naturbelassen.


1910 bis 1930

Karte von 1922. Die Karte wurde um die Bezeichnungen "Freibad" und "Bootshäuser" ergänzt.
Photo von ca. 1915. Die Pleistermühle ist noch ohne Nebengebäude, die Uferwand der Kaffeewirtschaft noch nicht betoniert (erfolgte erst 1930) und es gibt noch keine Glasveranda.
Photo von ca. 1930. Auf der Insel im südöstlichen Flußkolk steht ein Holzhaus. Links am Rande gerade noch erkennbar ist die gegenüberliegende Insel. Gut zu sehen ist auch die flußabwärts liegende Insel.


1930 bis 1945

Karte von 1939, die augenscheinlich sehr vereinfacht ist.
Luftaufnahme von ca. 1935. Blick flußabwärts. Das Holzhaus auf der Insel am südöstlichen Ufer wurde abgerissen und durch Steinbau ersetzt. Die Pergola besteht noch. Links sichtbar auf der gegenüberliegenden Insel ist eine Badestelle und Bootssteg erkennbar.
Stereoskopische Luftaufnahme von ca. 1935. Am südöstlichen Ufer sichtbar sind zwei Inseln. Das Holzhaus auf der linken Insel ist abgerissen und durch einen (heute noch existenten) Steinbau ersetzt worden. Nördlich davon befindet sich eine weitere Insel mit Bootssteg.
Photo von ca. 1933. Das Bild zeigt das alte Stauwehr vom oberen Wasserlauf aus. Links das Gebäude ist die Kaffeewirtschaft Pleistermühle, rechts, mit den Stützpfeilern, die Mühle.


1945 bis 1970

Karte von 1953.
Photo von ca. 1949. Blick von der Pleistermühle flußabwärts. Mit dem roten Pfeil gekennzeichnet ist das neu entstandene Bootshaus auf der Insel im nördlichen Mühlenkolk.
Photo von ca. 1949. Vom Festland wurde ein Steg durch das Flußbett der Werse zum Bootshaus errichtet.
Photo von ca. 1949. Blick auf die Pleistermühle mit einem im oder direkt nach dem Krieg erbauten weiteren Nebengebäude. Rechts gut zu sehen ist die 1930 betonierte Mauer an der Kaffeewirtschaft und der Wintergarten von 1932.
Mauer am Ufer der Pleistermühle mit der Jahreszahl 1930 (Photo von 2015).
Photo von ca. 1963. Im roten Halbkreis sichtbar die Insel im nördlichen Mühlenkolk.
Photo von ca. 1963. Im roten Halbkreis sichtbar die Insel im nördlichen Mühlenkolk.
Photo von ca. 1963. Im roten Kreis erkennbar ist die Insel im südöstlichen Mühlenkolk.
Photo ca. von 1964. Auf dem Bild sichtbar ist der Wasserauslaß der alten Pleistermühle und links die Insel im südöstlichen Wersekolk. Es sind noch keinerlei Flachstellen im Wasser sichtbar. Das zweite Nebengebäude der Mühle, 1963 noch gut erkennbar, wurde in der Zwischenzeit abgerissen.


1970 bis 1983

Karte von 1979. (2) Das alte Wehr. (1) Das neue Wehr. (3) Die ehem. Insel am Ostufer. (4) Die ehem. Insel am Nordwestufer.
Photo von 1976. Die alte Pleistermühle vor dem Umbau. Die Fuhrwerke fuhren unter den Vorbau und luden Getreide ab und fertig gemahlenes Mehl auf. Links neben der Mühle befand sich das alte Mühlenwehr. Ganz links zu sehen ist der einzig davon übriggebliebene Wasserdurchlaß. Im Hintergrund, oberhalb des Jägerzaunes, ist die zusammen mit dem neuen Wehr etwa 1970 erbaute Bootsanlegestelle und das begradigte neue Ufer zu erkennen. Das Gebäude auf der ehemaligen Insel wird durch die Pleistermühle verdeckt.
Photo von 1980. Blick auf die umgebaute Pleistermühle. Gut zu erkennen ist das alte Mühlenwehr. Links sieht man noch den - 1980 - zugemauerten Bogen, der früher als Wasserauslaß diente. Ganz links sichtbar ist noch ein Teil des neuen, gegen 1970 erbauten Stauwehres.
Photo vom Sommer 1980. Im roten Kreis rechts zu sehen ist die erste Bootstreppe. Etwas rechts davon befindet sich eine kleine mit Seerosen bewachsene Sandbank (Pfeile). Im Kreis links befand sich ein ins Ufer geschobener flacher Wasserzugang. Er wurde vom nicht weit entfernt liegenden Trabergestüt Bracht genutzt, um Pferdebeine zu kühlen.


1984 bis 1995

Photo von 1985. Innerhalb der letzten fünf Jahre war die unter Wasser liegende, mit Seerosen bestandene Flachwasserzone vor dem östlichen Flußufer so aufgeschwemmt worden, daß man sie trockenen Fußes erreichen konnte, um dieses Photo aufzunehmen. Gut erkennbar ist auch, daß sich schon die ersten Weiden angesiedelt hatten, die nun bei jedem Hochwasser weitere Sedimente festhielten und zu einer Vergrößerung des Bereichs führten.


1995 bis 2005

Photo vom Juli 2002. Blick von der Pleistermühle flußabwärts. Im nördlichen Mühlenkolk sind noch keine Flachwasserzonen erkennbar.
Photo vom Juli 2002. Blick von der Pleistermühle auf das südöstliche Flußufer. Im Hintergrund zu sehen ist die zweite Bootstreppe, die nach dem vollständigen Versanden der ersten einige Jahre vorher etwas flußabwärts angelegt worden war. 2002 war die Versandung dieser Treppe bereits im vollen Gange. Die Seerosen kennzeichnen den vorgelagerten Flachbereich. Ende 2000 / Anfang 2001 war eine Fischtreppe zwischen Ober- und Unterlauf angelegt worden und daneben eine weitere, nunmehr dritte, Boots-Übersetzstelle (Kreis links). Deren Versandung wird nur durch den Wasserdurchfluß der Fischtreppe gestoppt.
Photo vom Juli 2002. Blick von der Bootstreppe am südöstlichen Ufer auf den Mühlenkolk. Gut sichtbar ist hier die durch Seerosen gekennzeichnete, vorgelagerte Flachwasserzone.


2005 bis 2015

Photo vom Januar 2010. Standort ist die ehemalige Insel am nördlichen Flußufer. Der Pfeil kennzeichnet den ehemaligen Wasserverlauf um die Insel. Links sichtbar ist die nun baumbestandene Sandbank.
Photo vom August 2010. Seerosen kennzeichnen unter Wasser liegende Sandbänke im nördlichen Mühlenkolk.
Photo vom August 2012. Die Sandbänke im westlichen Mühlenkolk ragen mittlerweils aus dem Wasser.


2015 bis heute

Photo vom September 2016. Nachdem wegen eines Defekts im Stauwehr Sudmühle im August 2015 der Wasserspiegel zwischen Pleister- und Sudmühle um einen Meter abgesenkt wurde, ragen die ehemals nur als Flachstellen erkennbaren Sandansammlungen als Inseln aus dem Wasser
Photo vom Januar 2020. Erkennbar sind die beiden Sandinseln und das Gebäude auf der ehemaligen Insel.
Photo vom Januar 2020. Blick auf den Rest des Wasserarms, der die Insel an der Nordseites des Mühlenkolkes umschloß. Nachdem man erst in den 1940er Jahren eine Brücke zwischen Festland und Insel errichtete hatte, wurde in den späteren Jahren an deren Stelle Erde aufgeschüttet und der Wasserdurchlaß abgeschnitten. Der Pfeil kennzeichnet die Blickrichtung des nächsten Photos.
Zwischen den roten Linien befindet sich der versandene Wasserarm, der die ehemalige Insel umschloß. Photo vom März 2020.
Photo vom Januar 2020. Blick von der ehemaligen Werseinsel am nördlichen Ufer zur Pleistermühle. Gut erkennbar ist, wie der Wasserdurchlaß immer schmaler wird, da sich am südöstlichen Gleithang der Werse immer mehr Sedimente ablagern und sich das Ufer dadurch immer weiter in den Flußlauf schiebt.
Photo vom März 2020. Blick in die entgegengesetzte Richtung auf die ehemalige Werseinsel. Auch vom Wasser aus ist der schmale Wasserdurchlaß erkennbar. Die alte Trauerweide neigt sich bereits bedenklich in Richtung der Werse.
Photo vom Januar 2020. Blick flußabwärts. Gut zu erkennen sind die beiden aus dem Wasser ragenden Sandbänke sowie im Hintergrund der enge Wasserdurchlaß.
Photo vom Januar 2020. Mittig die Sandablagerung.
Photo vom Januar 2020. Blick vom ehemaligen Uferrand an der östlichen Flußseite auf die ehemalige Sandbank und den dahinterliegenden Fluß. Der Bereich zwischen ehemaligem Ufer und Sandbank ist heute nur noch an einer länglichen Vertiefung zu erkennen (zwischen den roten Linien). Die alte Sandbank ragt mittlerweile hoch aus dem Wasser und ist von Bäumen und Sträuchern bewachsen.

Der Mühlenkolk hat sich in den letzten Jahrzehnten komplett verändert. Bis in die 1950er Jahre existierten drei Inseln im Kolk: eine nördlich und zwei südlich im Fluß. Um 1949 war die nördliche Insel durch manuelle Anschüttung von Erdreich und dem Bau einer Brücke mit dem Ufer verbunden worden.
Ca. 1970 wurde das alte Wehr direkt neben der alten Pleistermühle - bis auf einen kleinen Durchlaß - stillgelegt. Ein neues Wehr wurde südöstlich der Mühle errichtet und die südliche Insel durch Aufschüttungen mit dem Ufer verbunden. Durch das neue Wehr wurde der Hauptwasserstrom völlig verändert. In der Folge vergrößerte sich die südliche Sandbank ständig, bis sie spätestens 1985 fest mit dem Ufer verbunden war. Eine dort befindliche Bootsübersetztreppe war somit nicht mehr nutzbar und wurde etwa 100 m nach Osten verlegt. Weil es sich um den Gleithang des Ufers handelte, spülte immer mehr Sand auf das Gelände und bald wuchsen die ersten Bäume. Nunmehr drohte auch die neue Bootsanlegestelle zu versanden und die Stadt legte 2001 östlich der Anlegestelle eine Bootsanlegestelle und Flußumgehung an, die nun den Sand wegspülte.
Mit zunehmender Geschwindigkeit verändern sich die Gegebenheiten im Mühlenkolk. Da durch den kleinen Wasserdurchlaß am alten Stauwehr nur eine geringe Menge Wasser durchfließt, versandet der Flußbereich unmittelbar vor der Kaffeewirtschaft zunehmend schneller. Gleichzeitig bauen sich immer mehr Sedimente am Südufer auf und verkleinern den Wasserdurchlaß. Eine am nördlichen Ufer stehende alte Trauerweide neigt sich durch Unterspülung des Bereichs bereits bedenklich in Richtung des Flußlaufes.

Weitere Bilder von der Pleistermühle und Werse

Die alte Mehlmühle Pleistermühle. Ende der 1970er Jahre wurde das Gebäude verkauft und stark umgebaut. Vor allem wurde die alte Durchfahrt geschlossen und ein nicht aus der Region stammendes Tor (hessisch?) eingebaut. Photo vom Juni 2002

Photo vom Juni 2002
Im Spätsommer 2015 wurde der Wasserspiegel der Werse wegen eines Schadens an der Sudmühle um ca. 1 m abgesenkt. Photo vom Oktober 2015 bei Nobiskrug.

Die Natur hat den Uferbereich bis zum abgesenkten Wasserspiegel zurückerobert. Photo vom Oktober 2017 bei Nobiskrug.

Photo vom Oktober 2017

Mindestens seit den 1970er Jahren leben einige Rotwangen-Schmuckschildkröten in der Werse und vermehren sich prächtig. Die Population entstand aus ausgesetzten Tieren, die sich bei warmem Wetter gern auf Baumstümpfen sonnen, wie hier im heißen Juli 2019.

Gerne wird ein Baumstamm von mehreren Tieren besetzt, wobei hier der vierte im Wasser bleiben muß. Photo vom März 2020.

Bei 16 Grad an einem anderen Tag im März 2020 liegt die Schildkröte zwar in der Sonne, behält ihre Gliedmaßen aber noch angezogen unter dem Panzer.

Die Schildkröten leben in guter Nachbarschaft zu den anderen Wersebewohnern wie hier dem Blässhuhn. Zum Zeitpunkt der Aufnahme passierte gerade auch ein Eisvogel die Szene. Photo vom Juli 2019.

Leider mehr zu erahnen als zu erkennen: die goldbraun schimmernde Brust eines Eisvogels in der Sonne. Photo vom März 2020.