Reisen nach O'ahu/ Hawaii 1993-2008

Zwischen 1993 und 2008 war ich bislang insgesamt siebenmal auf O'ahu, davon sechsmal in Urlaub. Der unten stehende Text deckt die Reisen bis zum Jahr 2000 ab. Von Dezember 2003 bis Januar 2004 war ich nochmals für 3 Wochen auf O'ahu. Eine Ergänzung zu den vorher gemachten Erfahrungen findet man hier. Dann war ich von Dezember 2007 bis Januar 2008 erneut für zweieinhalb Wochen auf der Insel. Hier findet sich der Bericht zu der Reise.


Die ersten beiden Male flogen wir mit Canadian Airline von Frankfurt nach Vancouver/Kanada und von dort weiter nach Honolulu. Der Flug nach Vancouver dauerte immer ca. 9 Stunden, beinhaltete aber eine kurze Zwischenlandung in Calgary. Leider dauerten die Stopover in Vancouver häufig länger, z.T. bis zu 5 Stunden, bevor es weiter auf den etwa 5 1/2stündigen Weiterflug ging. Wir nutzten die längeren Stopover zwar für Besichtigungen des wunderschönen Vancouver, wären aber doch lieber nach Hause weitergeflogen. Aus diesem Grunde entschlossen wir uns die letzten Male zum Flug mit der (viel besseren) Air New Zealand. Diese flog mit einer Boeing 747 in 12 Stunden von Frankfurt nach Los Angeles und nach kurzem Stop erreichte man in 5 1/2 Stunden Honolulu. Zu unserem großen Leidwesen wurden zwischenzeitlich die Flugpläne von Air New Zealand geändert, so daß nur noch Abflüge von London aus möglich sind. Somit führte uns unsere Reise im Jahre 2000 von Düsseldorf in einer Stunde nach London Heathrow, von dort in 11 Stunden bis Los Angeles und dann weiter wie gewohnt nach Honolulu.


Waikiki

Bei unserem ersten Aufenthalt wohnten wir im enttäuschenden Hawaiian Waikiki Hotel direkt am Strand von Waikiki. Weil uns das Hotel gar nicht gefallen hatte, quartierten wir uns danach immer im benachbarten Hawaiian Regent ein, welches qualitativ viel besser war. Ausschlaggebend für die Wahl war u.a. auch die Lage: der Strand in der Bucht von Waikiki ist zwar breit und lang, allerdings im "zentralen Bereich", in der Nähe des historischen "Pink Palace", total überlaufen und es gibt keinerlei Schatten - tödlich bei der intensiven Sonneneinstrahlung! Wir hingegen konnten, obwohl das Regent auch am Stand liegt, in einigen Minuten schnell den baumbestandenen Kapiolani Park am östlichen Ende Waikikis erreichen, an dem es - außer an den Wochenenden - relativ ruhig ist.

Warum wir immer wieder in Waikiki wohnten, wurden wir oft gefragt. Zum einen sind direkte Flugverbindungen zu den anderen hawaiianischen Inseln unbezahlbar, man muß also in Honolulu umsteigen. Da die Air New Zealand immer gegen 23.30 Uhr Honolulu erreicht, bekommt man folglich keinen direkten Anschluß und muß übernachten. Dies ist uns einfach zu lästig und wir bleiben gleich auf O'ahu. Zudem ist in Waikiki "am meisten los", es gibt eine Menge Shows im Las Vegas Stil, die man sich anschauen kann, alles ist fußläufig, es gibt First-class-Restaurants etc. Der wichtigste Grund ist allerdings das Wetter: in Waikiki herrscht von allen Hawaii-Inseln das beste Wetter, dies trifft oft auch auf den Rest von O'ahu selbst zu. Häufig lagen wir am Strand in der Sonne und konnten beobachten, wie nur wenig weiter im Landesinneren die Wolken an den Bergen festhingen und oft auch abregneten.

Der erste Eindruck von Waikiki hat allerdings weniger mit Südseeromantik zu tun, sondern eher mit Klein-Miami. Ein Grund vielleicht, warum Waikiki bei vielen Touristen verpönt ist. Fährt man vom Honolulu International Airport Richtung Waikiki (Leihwagen ist obligatorisch), bekommt man schon einen entsprechenden Eindruck von Honolulu. Der Großraum der Stadt hat immerhin knapp 1 Mio. Einwohner, es gibt mehrspurige Highways wie auf dem amerikanischen Festland, die man auf einer solchen Insel sicher nicht vermutet hätte.

Waikiki kündigt sich durch eine Reihe von hochgeschossigen Condominiums an, dann erreicht man die mehrspurige Kalakaua Avenue, eine Einbahnstraße, die direkt am Strand entlang führt. An die Straßennamen muß man sich gewöhnen: größtenteils wurden Namen von Angehörigen des ehem. hawaiianischen Königshauses verwendet! Die Kalaukaua führt direkt auf den - erloschenen Vulkan - Diamond Head zu, "das" Wahrzeichen von Waikiki! Zur rechten Hand befindet sich der unheimlich breite Sandstrand und zur linken die zahllosen, hochgeschossigen Hotels. In der Tat, schön ist die Bebauung nicht!

Schon bei der ersten Reise nach Waikiki fielen mir die zahlreichen japanischen Touristen und die vielen Schilder und Handzettel in japanischer Sprache auf. In den ersten Jahren nach 1993 war Waikiki fest in japanischer Hand, viele Hotels gehörten auch japanischen Konzernen. Ein wenig hatte sich das Bild im Jahre 2000 geändert; einige Hotels waren weiterveräußert worden, weniger Japaner bevölkerten das Stadtbild. Zu sehen war vor allem junge Pärchen, nicht wenige davon heirateten in Waikiki in öffentlichen Zeremonien, beispielsweise im Garten des Royal Hawaiian Hotels. Früher zeichneten sich die Japaner auch durch ungehemmte Kauflust aus - allen übertrieben hohen Preisen in den Boutiquen Waikikis zum Trotz. Aber auch dieses hat sich nach der japanischen Wirtschaftskrise etwas geändert. Neuerdings findet man Japaner auch in Outlet Stores. Ich war immer von dem Mut der Japaner beeindruckt, die zumeist ohne die geringsten Kenntnisse des Englischen in Waikiki Urlaub machten! Nie werde ich die Szene vergessen, wie mir ein Pärchen auf der Straße einen Stadtplan unter die Nase hielt, der ausschließlich mit japanischen Schriftzeichen bedruckt war. Die beiden hatten sich hoffnungslos verlaufen, konnten kein Wort Englisch und gaben mir zu verstehen, daß sie zum Hotel zurück wollten. Anhand der Straßenführung auf dem Plan und meinen guten Ortskenntnissen versuchte ich den beiden, den Weg klarzumachen. Mit zig "Arigato" und Verbeugungen zogen sie schließlich von dannen...

Vor allem in den ersten Urlauben erkundeten wir natürlich vor allem Waikiki. Wie gesagt, zum Baden ging es vor allem zum Kapiolani Park, einer schönen Parkanlage mit Rasen und Palmenbestand. Am Wochenende kommen viele Einheimische, vor allem auch hawaiianisch-stämmige Bürger, aus dem Hinterland zum Schwimmen und Grillen. Wer einen Einblick in deren Lebensweise bekommen möchte, ist im Park gut aufgehoben. Gastfreundschaft wird groß geschrieben. Des öfteren wurde uns, den ausländischen Touristen, von unseren hawaiianischen "Grillnachbarn" Essen angeboten.

Vom Park aus hat man - im Gegensatz zu den meisten Hotels, die durch die Kalakaua Ave. vom Strand getrennt sind - einen direkten Zugang zum Wasser. Vorgelagert ist ein Korallenriff, welches sich vorzüglich zum Schnorcheln anbietet. Etwas weiter kann man ausgezeichnet Boogie boarden, muß allerdings genau auf Wasserhöhe und Untergrund achten. Einmal habe ich mir mächtig die Knie aufgeschrammt! Je nach Windstärke sind natürlich auch die Wellen unterschiedlich hoch. Um das Boogie boarden oder Surfen zu lernen, ist das geschützte Waikiki ideal! Ständig sah man Leute mit ihren Boards im Wasser dümpelnd auf gute Wellen wartend!

Eng mit dem Surfen ist die Statue Duke Kahanamokus am Strand von Waikiki verbunden. Hatten die Missionare einst das Surfen als verdammenswerten Müßiggang verboten, wurde es Anfang des 20. Jhts. durch Kahanamoku wiederentdeckt. Neben seinen außerordentlichen Surfkünsten erfand er zudem dem Kraulstil beim Schwimmen und wurde damit 1912 Olympiasieger. Aus Dankbarkeit für seine Verdienste ist seine Statue oft mit Leis (Blumengirlanden) geschmückt.

Innerhalb des Kapiolani Parks liegt auch der sehenswerte Honolulu Zoo, wenige Schritte weiter das Waikiki Aquarium, in dem man einen Einblick in die Unterwasserwelt des Pazifik erhält. Im Park findet seit 1937 auch die Kodak Hula Show statt, ein touristisches Spektakel, welches aber einen Einblick in den - ebenfalls von den Missionaren verbotenen - Hulatanz gibt.

Folgt man der Kalakaua Ave. durch den Kapiolani Park, in dem sie nur noch einspurig verläuft, erreicht man nach ca. 1 Km eine kleine Häuseransammlung, in der sich u.a. eines der herausragensden Restaurants Waikikis und vermutlich auch Honolulus befindet: Michel's at the Colony Surf. Nicht nur, daß die Küche ganz ausgezeichnet ist, Michel's ist zudem erfreulicherweise nicht klimatisiert und hat eine Fensterfront zum Meer, die bei ansprechender Witterung geöffnet wird. Unser häufiges Erscheinen im Restaurant honorierte der Inhaber eines Tages mit einem kostenlosen Abendessen für uns beide. So etwas ist typisch amerikanische Geschäftstüchtigkeit! Nebenbei hatten wir ein lustiges Erlebnis in Michel's. Ein amerikanischer Freund aus Kalifornien hatte sich mit uns in Waikiki getroffen. Obwohl wir ihn auf den Jackettzwang "Dinner jackets required" hinwiesen, erschien er nur im Hemd. Stammgäste hin oder her, ihm wurde von der Dame am Empfang in Ermangelung anderer Jacketts die weiße Jacke des Küchenchefs verpaßt. Der Ober, der dieses Schauspiel nicht mitbekommen hatte, fragte ihn dann beim Aufnehmen der Bestellung, ob er ein berühmter Koch sei. Wir bogen uns vor Lachen!

In Blickweite von Michel's findet sich auch der erloschene Vulkan Diamond Head, in dem sich das Diamond Head State Monument befindet. Eine Zufahrtsstraße führt in den Krater, von wo aus es einen abenteuerlichen Fußweg (u.a. ein durch einen unbeleuchteten Tunnel) zum Kraterrand gibt. Der Aufstieg ist ziemlich mühselig, vor allem bei der selbst im Winter herrschenden Hitze. Entlohnt wird man allerdings durch einen phantastischen Ausblick auf Waikiki im Westen und den ebenfalls erloschenen Vulkan Koko Head im Osten.

Wendet man sich wieder der westlichen Seite Waikikis zu, fallen als erstes die zahlreichen "ABC-Stores" auf, die sich in kurzen Abständen an der Kalakaua Avenue befinden. Hier erhält der Urlauber von Lebensmitteln angefangen, über jeglichen Strandbedarf bis hin zu den kitschigsten Souvenirs (tanzenden Hulapuppen mit Musik!!) alles, was er für einen gelungenen Urlaub benötigt. Dazwischen finden sich sehr exklusive Geschäfte sowie Hotels. Interessant die Architektur des Hyatt Regency Waikiki, welches aus 2 je 40stöckigen Türmen besteht. In der Passage zwischen den Türmen finden sich nicht nur zahlreiche (teure!) Geschäfte, sondern oft schon nachmittags, regelmäßig aber abends wird dort gute Livemusik gespielt, zu der oft getanzt wird.
An der anderen, dem Strand zugewandten Seite, stehen zahlreiche Pavillons, in denen Schach gespielt wird. Langsam kommt man dann auch in den Bereich, in dem am meisten Trubel am Strand ist: Body- und Surfboardverleihe künden von seinem Anfang. Eine kleine Polizeistation markiert den Anfang eines neuen Strandabschnittes. Ab hier verläuft die Kalakaua Ave. nicht mehr direkt am Strand entlang, sondern hinter unmittelbar am Strand erbauten Hotels. Diese Hotels markieren das historische Zentrum Waikikis, allen voran das 1901 erbaute erste Hotel am Strand, der Sheraton Moana Surfrider. Wunderschön der zum Strand gelegene Banyan Court mit einem uraltem Banyan Baum. Oft gingen wir zum Frühstücken zum Surfrider, um die tolle historischen Atmosphäre zu genießen. Gegenüber findet sich der International Market Place, ein zweigeschossiger Shopping Bazar, in dem man nicht nur essen, sondern auch Schmuck, Souvenirs etc. kaufen kann. Der Markt ist fest in asiatischer Händlerhand und feilschen obligatorisch!

Etwas weiter, wieder direkt am Strand, liegt das wohl bekannteste Hotel Waikikis, das 1927 im spanischen Stil errichtetet Royal Hawaiian Hotel. Wegen der quietschrosé Farbe bekam es schnell des Spitznamen "The Pink Palace". Es gibt es gute Bar direkt am Strand und oft die Möglichkeit, Japaner beim Heiraten in den weitläufigen Gartenanlagen zu beobachten. Das Areal zwischen Hotel und Kalakaua Ave. nimmt der große Komplex des Royal Hawaiian Shopping Centers ein. Das nächste am Strand gelegene Hotel ist das riesige, wie ein dreiarmiger Stern gebaute Sheraton Waikiki, in dessen im obersten Geschoß gelegenen Hanohano Room (ausgezeichnetes Restaurant) wir mehrmals Silvester feierten. Mit dem ebenfalls historischen Halekulani Hotel enden die Hotelanlagen am Strand und machen der Ft. De Russy Military Reservation Platz, die erstaunlicherweise den schönsten Strandabschnitt Waikikis belegt! Westlich der Militäranlage findet sich in bereits ziemlich abseitiger Lage das Hilton Hawaiian Village Hotel, eine riesige, praktisch in sich geschlossene Lage. Als wir einmal im Januar 1997 wieder in Waikiki waren, stand ein Konzert mit Michael Jackson in Honolulu bevor, er selbst hatte sich im Hawaiian Village (wohl wegen der Abgeschlossenheit) einquartiert, was dort zu chaotischen Zuständen führte!