Nachtrag zu Oahu von einer Reise Dez. 2003 - Jan. 2004

Die Reise im Winter 2003/2004 startete an unserem heimischen Flughafen, von wo aus wir einen Zubringerflug nach Frankfurt hatten. Von dort ging es weiter mit United Airlines ungewohnter Weise erst einmal nach San Francisco, welches wir in 11,5 Stunden erreichten. Der Terminal machte einen neuen, gepflegten Eindruck, es waren aber kaum Passagiere zu sehen. Offenbar wird der meiste Verkehr an der Westküste doch über Los Angeles abgewickelt. Für uns war das nur von Vorteil, weil wir dadurch keinen Streß am Immigration-Schalter hatten. Nach 2,5 Stunden Aufenthalt in der nicht so tollen Lounge ging es dann weiter in Richtung unseres Endziels Honolulu, wo wir wie gewohnt nach 5,5 Stunden gegen 23 Uhr ankamen. Sofort, als wir den Flughafen verließen, merkte ich, daß die Außentemperatur kühler als sonst war.

Die Entgegennahme des Mietwagens lief völlig problemlos, ebenso die Fahrt Richtung Waikiki zu unserem Hotel, in welchem wir auf Oahu immer absteigen. Dieses vormalige Hawaiian Regent war vor 2 Jahren vom Marriott Konzern aufgekauft und laut Katalog für 60 Mio $ renoviert worden. Leider stellten sich nicht alle Renovierungsabeiten in unseren Augen als vorteilhaft heraus... So hatte man die sonst neben dem Front Desk liegende Bar demontiert und statt dessen eine Bar neben dem Pool im ersten Stock installiert. Wegen der möglichen Lärmbelästigung von Gästen war dort aber immer schon um 21.30 Uhr "Schluß".

Wegen unseres für amerikanische Verhältnisse exorbitant langen Aufenthaltes von 3 Wochen wurde uns jedenfalls ein extra großes Eckzimmer mit tollem Meerblick gegeben.

Die nächsten Tage unseres Aufenthaltes nutzten wir zu einer Erkundung Waikikis. Immerhin waren seit unserem letzten Aufenthalt 2,5 Jahre vergangen und es hatte sich in der Tat einiges getan. Am auffälligsten war die Fertigstellung der Strandpromenade, im Sommer 2000 noch eine riesige Baustelle war. Nunmehr hatte man kleine Wasserfälle gebaut und diverse Bronzeskulpturen von Angehörigen des hawaiianischen Königshauses aufgestellt, welche sehr schön anzuschauen waren.

Die Zusammensetzung der Touristen hatte wieder die von vor dem 11.9.2001 erreicht, es waren sicherlich 50 % Japaner und 50 % Amerikaner anwesend. Nach den Attentaten war der japanische Tourismus nach Angaben des Honolulu Advertisers komplett zusammengebrochen. Meiner Beobachtung nach waren aber insgesamt viel mehr Touristen in Waikiki anwesend wie früher. Auffällig war dieser Trend vor allem auch nach Silvester, wo sich sonst die Reihen merklich gelichtet hatten. Diesmal blieb es bis zu unserem Abflugtag am 8.1. rammelvoll - eine ganz neue Erfahrung.

Eine neue Erfahrung machten wir leider auch mit dem Wetter. In der Mitte unseres Urlaubes regnete, nein, schüttete es 3 Tage und Nächte ununterbrochen. Es handelte sich um ein stationäres Tiefdruckgebiet über dem Pazifik, welches sich nicht einen Millimeter bewegte und für unglaubliche Überschwemmungen sorgte. Die Einheimischen freuten sich zwar, seit mehreren Jahren hatte auf der Insel eine Trockenheit geherrscht die die Reservoire in der Bergen fast ausgetrocknet und zu Wassersparmaßnahmen geführt hatte, aber der Zeitpunkt zur absoluten Touristenhochsaison war denkbar schlecht.

Wir trauten unseren Augen nicht. Es war fast unmöglich, in das Auto zu gelangen, ohne durchgeweicht zu werden. Die Highways waren überflutet, in vielen Bereichen wurde wohl auch die Kanalisation überspült. Im Honolulu Advertiser las man Schlimmes und viele Strandabschnitte wurden aus hygienischen Gründen gesperrt. Oahu unter Wasser - wer hätte das gedacht! Es war einfach trostlos, zumal wir uns in den früheren Jahren schon alle Sehenswürdigkeiten wie das Bishop Museum etc. angeschaut hatten. Zu dem Regen kam außerdem, daß sich die Temperatur empfindlich abkühlte, was den Aufenthalt nicht gerade angenehmer machte... Wir versuchten uns die Zeit mit Shopping zu vertreiben, was bei den überschwemmten Parkplätzen aber auch keinen rechten Spaß machte... Am Morgen des 4. Tages zogen wir die Gardinen unseres Hotelzimmers an die Seite und sahen - strahlenden Sonnenschein bei angenehmer Wärme. Die Spuren der letzten Tage in Form von herabgerissenen Palmblättern und trüben Wasser waren allerdings noch allenthalben sichtbar!

An einem Tag nahmen wir unseren Wagen und fuhren zur Dole Ananas Plantage, wo wieder wie eh und je ein riesiger Andrang herrschte. War vor einigen Jahren von Dole der angeblich größte Irrgarten der Welt eingerichtet worden, so hatte man mittlerweile eine kleine Schmalspurbahn mit Dampflock gekauft, die durch einen Teil der Ananasplantage fuhr. Eine lustige und ganz informative Angelegenheit!

Die Nordküste mit Haleiwa hatte sich nicht verändert, der Verkehr auf der Strandstraße stockte wie immer schon. Auch am Sunset Beach waren wieder genug Verrückte, die auf den gigantischen Wellen trotz roter Flaggen surften!

Da mir bei einer unserer letzten Reisen nach Oahu die Whale Watching Tour so gut gefallen hatte, wollte ich sie diesmal wiederholen. Scheinbar gibt es aber eine Regel, daß sich so schöne Erlebnisse nicht wiederholen lassen. Bei strahlendem Sonnenschein ging es wieder los vom Pier des Aloha Towers, der von bis unter die Zähne bewaffneten Nationalgardisten bewacht wurde. Wir fuhren die bekannte Tour bis östlich des Diamond Heads, aber von Walen war bei absolut glatter See weit und breit nichts zu sehen. Da nutzte auch die größte Kurverei nichts. Schade. Nachher erfuhr ich, daß die meisten Wale wohl schon nach Maui weitergezogen waren. Dort hatten wir dann ja doch noch Glück beim Beobachten der Buckelwale...

An einem Morgen hatte ich dann die Gelegenheit einen "Promi" zu sichten, den ich in Waikiki nun wirklich nicht vermutet hätte! Nach dem Frühstück war ich noch alleine auf den Strandpier gegangen, um die Boogie Boarding Wasserkonditionen zu checken. Dort saß jemand auf dem Mäuerchen und telefonierte angeregt mit dem Handy. Dieser Jemand kam mir doch sehr bekannt vor, wurde von den anderen Leute aber offenbar nicht erkannt. Um "auf Nummer Sicher" zu gehen stellte ich mich neben ihn, um die Sprache zu hören, in der er telefonierte - richtig, es war russisch, denn es handelte sich um den Boxer Wladimir Klischko! Leider konnte ich ihn nicht ansprechen, weil er im Anschluß an das Telefonat schnell wegging. Neben ihm kam ich mir mit meinen 1,70 m ganz schön klein vor!

Den regnerischen Silvestertag nutzten wir auch zur Besichtigung des Kahala Mandarin Oriental Hotels. Dieses liegt unmittelbar östlich des Diamond Head Kraters und soll Ziel der "Reichen und Schönen" sein. Um zum Hotel zu gelangen, muß man einfach die Verlängerung der Kalakaua Avenue entlang des Wassers fahren. Man fährt am Fuße des Diamond Head weiter und gelangt in das wohl exklusivste Viertel der Gegend, Kahala, wo sich Villa an Villa reiht. Natürlich fehlt auch nicht der obligatorische Country-Golf-Club! Direkt an diesen anschließend ist das Mandarin. Ein sicher sehr schönes Hotel aber nichts für uns. Ohne Auto oder Taxi ist man in dem Hotel aufgeworfen, da es zu peripher liegt. Hinzu kommt, daß das Hotel scheinbar an einer künstlichen Bucht liegt, in der man wohl plantschen aber sicher nicht boogie boarden kann.

Silvester abends feierten wir diesmal auf der "Banyan Veranda" des traditionellen Sheraton Moana Surfrider Hotels. Die Atmosphäre auf der Terrasse ist einfach unbeschreiblich. Immer fühle ich mich dort in Zeiten zurückversetzt, in denen Reisen noch ein Privileg und das Wort "Massentourismus" unbekannt war. Unsere Tischnachbarn waren zwei ältere Damen aus Kalifornien, die sich als "we are the girls from California" vorstellten. Mit ihnen und einem anderen Amerikaner, der sich lustigerweise als in München stationierter Offizier der US-Armee auf Heimaturlaub herausstellte, hatten wir eine Menge Spaß. Unbedingt wollte er uns "Jägermeister" als "typisch deutsches Getränk" ausgeben! Um Mitternacht bewunderten wir alle das phantastische Feuerwerk, welches offenbar auf Schiffen in der Buch von Waikiki abgefeuert wurde und sich im Meer spiegelte. Ich hatte den Eindruck, als sei es in diesem Jahr besonders üppig ausgefallen.

An einem Tag in unserer dritten Urlaubswoche bei phantastischem Wetter entschlossen wir uns zu einer Inseltour rechts, d.h. östlich herum. Hanauma Bay war mal wieder überlaufen, der Ausblick von Koko Head traumhaft.

An einem anderen Tag waren wir auch an der Ostküste unterwegs, allerdings weiter nördlich. Die Bucht von Kahana war wieder wunderschön und in der Nähe des Polynesian Cultural Centers wurden wir von einem netten Anwohner angesprochen. Dieser hatte offenbar gerade Gartenarbeiten abgeschlossen und freute sich über einen Plausch mit Touristen. Stolz zeigte er uns Haus und Garten sowie seine Kampfhähne. Eigentlich seien Hahnenkämpfe in Hawaii verboten, erklärte er uns augenzwinkernd. Als Hobbykoch verfügte er über einen umfangreichen Bestand an tropischen Kräutern und Pflanzen, die er uns zeigte. Viele Gewürze kannte ich nur im getrockneten Zustand! Vor unserer Abfahrt machte er uns noch auf zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten in der Region aufmerksam.

Schön war auch der Empfang in unserem "Stammrestaurant" Michel's am Fuße des Diamond Head. Obwohl wir so lange nicht dort waren, wurden wir wie alte Freunde empfangen. Küchenchef in diesem wohl besten Restaurant Waikikis ist ein Deutscher, mittlerweile stellvertretender Restaurantchef ein junger Mann aus Österreich. Als wir ihn das letzte Mal gesehen hatten, war er frisch nach Hawaii eingewandert und hatte kurz vorher im Michel's angefangen. Nun war er nicht nur verheiratet und Vater einer Tochter, sondern hatte auch Karriere gemacht. So manches Abendessen nahmen wir in diesem Restaurant, welches nicht nur eine exzellente Küche, sondern auch den schönsten Ausblick auf die Skyline von Waikiki (direkt am Strand mit offener Fensterfront) bietet!

Gegen Ende unseres Aufenthaltes entschlossen wir uns noch, einen Tagestrip nach Maui zu unternehmen. Ein schwieriges Unterfangen, es waren kaum noch Flüge zu bekommen. Glücklicherweise klappte es dann doch noch. Für den Bericht bitte hier klicken.

Leider vergehen auch 3 Wochen Urlaub schnell und der Rückflug stand an, der für mich mit ziemlichen Hindernissen verbunden war. Leider hatten wir in San Francisco 6 Stunden Aufenthalt bis zu unserem Weiterflug, ein Fahren in die Stadt lohnte sich nicht richtig, also schlugen wir die Zeit im Flughafen tot. Offenbar muß wohl das Hotdog, welches ich in einem Flughafenlokal gegessen hatte, nicht o.k. gewesen sein. Keine halbe Stunde nach Betreten der (ausgezeichneten) Lufthansamaschine wurde mir schlecht und ich verbrachte die restlichen 10,5 Stunden über der Tüte. In München war ich "reif" für den Besuch des Flughafennotdienstes und schaffte nur noch mit Ach und Krach den Weiterflug nach Hause. Das war leider der sehr unerfreuliche Abschluß eines ansonsten sehr schönen Urlaubes....