Nachtrag zu O'ahu von einer Reise Dez. 2007 - Jan. 2008

Im Jahr 2007 wollte mein Freund unseren Winterurlaub unbedingt wieder auf O'ahu verbringen. Ich hatte keine Lust, schon wieder dorthin zu reisen und vielleicht stand die Reise deshalb unter keinem guten Stern.

Sehr frühmorgens hatten wir einen Zubringerflug von unserem heimischen Flughafen nach Frankfurt. Nach einem dreistündigen Aufenthalt ging es mit Lufthansa in einer Boeing 747-400 weiter nach San Francisco. Zum Glück war das Flugzeug mit den bequemen Sleeper-Sitzen in der Business Class ausgestattet, so daß die 11,5 Stunden Flugzeit erträglich waren. Wunderschön war bei strahlendem Sonnenschein der Anflug auf San Francisco, der uns in weitem Bogen über Oakland, die San Francisco Bay und nicht zuletzt die Golden Gate Bridge führte.

Unsere positive Stimmung wurde nach der Landung getrübt. Planmäßig hatten wir leider schon einen vierstündigen Aufenthalt, nun zeigte die Anzeigetafel eine Verspätung unseres United Airlines Fluges nach Honolulu um eine weitere Stunde an. Letztlich wurden aus der einen Stunde Verspätung dann sogar gut zwei Stunden, in denen wir keine Informationen über die Gründe der Verspätung bekamen. Die Zustände am Gate waren völlig chaotisch, ohne Begründung wurden uns neue Boarding Cards in die Hände gedrückt. Der Schlag traf uns dann beim Betreten der Maschine: da United Airlines auf der Strecke San Francisco - Honolulu keine Business Class anbietet, hatten wir First Class gebucht und nun auch entsprechende Erwartungen. Statt dessen wurden wir in eine Kiste geschleust, die garantiert schon über 30 Jahre alt war. An den Seitenwänden lösten sich die Plastikabdeckungen, es handelte sich um eine uralte Business Class Bestuhlung mit ausgefransten, zerschlissenen Sitzen. Nicht nur das, die Sitze standen sehr eng, sie ließen sich kaum zurückklappen und als Krönung hatte man die Fußstützen komplett abmontiert. Unsere gebuchten Sitze - Fenster und Gang - bekamen wir auch nicht. Zum Essen gab es keine Speisekarte, sondern das völlig unfreundliche Personal rief über die Sitze hinweg, man könne zwischen zwei Gerichten wählen. Mit anderen Worten, dies als First Class Flug zu bezeichnen war eine glatte Unverschämtheit.

Nach 28 langen Stunden Reisezeit erreichten wir endlich den Flughafen Honolulu, bei dessen Verlassen ich verwundert feststellte, daß mir statt der gewohnt angenehm warmen doch recht kühle Luft entgegenschlug. Zudem nieselte es leicht. Ein schlechtes Omen? Wir holten unser Auto ab und fuhren zum Hotel. Alles in allem hatte die Reise nunmehr fast 30 Stunden gedauert.

Um Mitternacht herum erreichten wir den Moana Surfrider, Waikikis ältestes und wohl auch bestes Hotel von 1901. Statt, wie gewünscht, im modernen Trakt des Hotels in einem hohen Stockwerk untergebracht zu werden, bekamen wir ein Zimmer im dritten Stock. Auf unsere Nachfrage hin wurde uns erklärt, wir blieben ja auch so lange. Bislang hatten wir immer besonders gute Zimmer erhalten, weil wir "so lange blieben". Hier war das ärgerlicherweise anders.

Am darauffolgenden Tag ließen wir es wegen der Zeitumstellung von 11 Stunden sehr langsam angehen und schlenderten durch Waikiki. Zwar schien die Sonne, es wehte aber ein starker und sehr kühler Wind, was wir bislang so nicht kannten. In Waikiki selbst hatte sich in den vergangenen vier Jahren nichts geändert. Die Strandpromenade war gepflegt wie eh und je und auf der Kalakaua Avenue herrschte reger Verkehr. Wie gehabt gab es an jeder Ecke einen ABC-Store zur Versorgung der Touristen. In einem der Läden wurden wir zu unserer Verwunderung auf Deutsch angesprochen, und zwar von einer Deutschen, die vor 29 Jahren nach Hawaii ausgewandert war. Inzwischen war es ihr dort schon zu teuer und zu kommerziell geworden, was mich überhaupt nicht wunderte, denn mir ist es dort auch zu voll. Wie auch schon in früheren Jahren war bestimmt jeder dritte Tourist in Waikiki japanischer Herkunft, Deutsche bilden eine Seltenheit. Wobei ich sagen muß, daß mir die sehr disziplinierten und zurückhaltenden Japaner erheblich sympathischer sind als Deutsche im Urlaub. Direkt nach Neujahr kamen auf einmal die Australier, sehr einfach an ihrem lustigen Akzent zu identifizieren.

Da der kühle Wind nicht dazu einlud, sich an den Strand zu legen, statteten wir dem schönen Zoo von Honolulu, wie schon in vorigen Jahren, einen Besuch ab. Abends aßen wir wir in unserem "Stammrestaurant" Michel's am Diamont Head. Auch dort war es voll wie eh und je.

Auch am nächsten Tag nach unserem Frühstück auf der Terrasse des Moana erkundeten wir zu Fuß Waikiki. Abends hatten wir eine Dinnerreservierung im Royal Hawaiian. Kaum hatte ich am Tisch Platz genommen, wurde mir übel und ich lief zurück in unser Hotel. Mein Freund folgte keine halbe Stunde später. Die gesamte Nacht bis zum frühen Morgen verbrachten wir im Badezimmer des Hotels, uns beiden war unbeschreiblich schlecht. Die beiden darauffolgenden Tage verbrachten wir ebenfalls im Hotelzimmer. Augenscheinlich hatten wir beide uns eine Lebensmittelvergiftung zugezogen, Auslöser war höchstwahrscheinlich der Lachs vom Frühstücksbuffet gewesen.

Als es uns endlich wieder etwas besser ging, hatte sich das Wetter weiter zum Schlechten gewandt: der von Land kommende Passatswind wehte nun noch heftiger und kühler als zuvor, hinzu kamen ständig niedergehende Regenschauer. Wir waren einfach nur genervt. Einheimische erzählten uns, daß diese Wetterlage nun schon seit sechs Wochen anhalte. Das sei aber noch gar nichts, denn vor zwei Jahren habe es über die Feiertage 40 Tage nonstop geregnet. "We even made it on CNN", fügten sie lachend hinzu. Mich traf der Schlag, denn mit einer solchen Aussage war Hawaii als "wettersicheres" Urlaubsziel zu Weihnachten ebenso gestorben wie Florida. Der Lokalzeitung entnahmen wir nämlich, daß es dort extrem kalt war und es im Norden sogar Frost gegeben hatte.

Das ungemütliche Wetter hielt leider an, ich hatte keine Lust zu boogie boarden, da man mit dem Oberkörper auf dem Brett liegt und damit dem kühlen Wind ausgesetzt ist. Andere Leute hatten damit weniger Probleme, und von morgens bis abends tummelten sich die Surfer in der Brandung vor Waikiki. Am Strand waren die Reihen aber gelichtet, denn die Leute waren es leid, bei den ständig wiederkehrenden Regenschauern ihre Sachen zusammenzupacken.

Um etwas zu unternehmen entschlossen wir uns, um die Insel zu fahren. Ein Besuch der sicherlich interessanten Plantation Village scheitert daran, daß es nur Touren gab, diese 1,5 Stunden dauerten und die nächste erst in 45 Minuten startete. Schade eigentlich... so fuhren wir den Nebenstraßen-Highway 750 nach Norden. Mittlerweile regnete es in Strömen und die Bergkuppen waren dunstverhangen. Wir durchfuhren ein Roterdegebiet mit offenbar gerade abgeernteten Ananasfeldern und erreichten dann nach einigen Kilometern das Militärareal der Schofield Barracks. Weiter ging es dann an die Nordwestküste nach Haleiwa. Dort waren in einer alten Zuckermühle Geschäfte untergebracht. Die "original hawaiiainischen" Souvenirs stammten wohl überwiegend aus Asien. Wir fuhren entlang der Küste und beobachteten von einigen Beach Parks aus Surfer in der Brandung. Offenbar wehte der sehr starke Wind allerdings aus nordöstlicher Richtung, denn die Wellen waren trotz der roten Warnfahnen am Strand niedriger als erwartet. Von Haleiwa ging es entlang der Küste Richtung Sunset Beach. Wir umquerten die Nordspitze der Insel und folgten der Küstenstraße. Hier hatte sich in den letzten vier Jahren nichts verändert, nur der Anblick stellte sich bei sehr starkem Wind und Regen doch anders dar.

Da wir reichlich Zeit hatten, fuhren wir die große Runde um die Südostspitze der Insel. Hier brandeten die hohen Wellen ungebremst an die Küste. Ein spektakuläres Schauspiel! Wir passierten Hanauma Bay und erinnerten uns an schönere Tage. Den Abschluß des Tages begingen wir im ausgezeichneten Restaurant des Kahala Mandarin in der Nähe des Diamont Head.

An einem der nächsten Tage unternahmen wir einen vorab gebuchten Tagesausflug nach Kauai, den ich in einem separaten Bericht beschrieben habe.

Da das Wetter sich leider nicht verbesserte, vertrieben wir uns die Zeit mit Outlet- und Büchershopping sowie Sightseeing. Ausgerechnet an einem Montag hatte ich die Idee, noch mal nach Downtown Honolulu zu fahren, um Iolani Palast (Königspalast), Kawaiahao Church (Krönungskirche der hawaiianischen Könige), Ali'iolani Hale (Oberstes Gericht) und die Mission Houses zu besichtigen. Beide Sehenswürdigkeiten, die wir allerdings schon vor Jahren von innen einmal besichtigt hatten, waren natürlich geschlossen. Also wanderten wir durch die weitläufigen Parkanlagen, bis mir einfiel, daß das Bishop Museum auch montags geöffnet hat. Also fuhren wir dort noch mal hin. Ärgerlicherweise war gerade die sehr sehenswerte Hawaiian Hall wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.

Silvester verbrachten wir bei einem Abendessen auf der wunderschönen Außenterrasse unseres Hotels. Leider war es auch an diesem Tag die ganze Zeit kühl und regnerisch gewesen, so daß wir recht warm gekleidet draußen saßen. Das Wetter hatte aber gegen Abend Erbarmen mit den Gästen, die einen Tisch im nicht überdachten Innenhof des Hotels gebucht hatten. Trotzdem kam keine besonders gute Stimmung auf. Dies änderte sich allerdings schlagartig um Mitternacht, als ein riesiges Feuerwerk von einem vor der Küste liegenden Boot gezündet wurde. Geschlagene 15 Minuten lang sah ich das vermutlich größte Feuerwerk meines Lebens. Hatte ich viele Jahre zuvor immer darüber geschimpft, daß es auf Hawaii kein Feuerwerk gäbe, so wurde ich diesmal aber reichlich entschädigt.

Ebenfalls am Silvesterabend wurde ich auf eine japanische Großfamilie aufmerksam, die auf der Terrasse des Moana den besten Tisch belegte. Nicht nur deshalb fiel mir dieser Familie auf, sondern auch durch die auffällig agierenden Bodyguards, die sie begleiteten. Eine Nachfrage bei einer Hotelangestellten am nächsten Tag brachte Aufklärung: es hätte sich bei der alten Dame um die Besitzerin des Moana gehandelt. Diese sei kinderlose Witwe und habe die Besitzungen von ihrem Mann geerbt. Sie käme jetzt nur noch etwa einmal pro Jahr und hätte eine ganze Etage im Hotel für sich und ihre Entourage reserviert. Ich fand diese Informationen sehr interessant, denn auch die Marriotts verbringen ihre Weihnachtsfeiertage in einem ihrer Hotels, konkret dem Marriott's Harbor Beach in Ft. Lauderdale, Florida, wo wir sie häufiger gesehen haben.

Schon häufiger habe ich mich über die extrem häßlichen siebziger-Jahre-Hotels am Waikiki Beach geäußert. Da diese Hotels sich (bislang) scheinbar wie von selbst mit Touristen füllten, hatten die Hotelbesitzer keinen Handlungsbedarf erkannt. Nunmehr scheint ein Umdenken einzusetzen, denn im letzten Jahr war das Moana für einige Monate geschlossen und komplett renoviert worden. Leider doch nicht ganz komplett, denn der ehemalige, riesige Frühstücksraum und der darüberliegende Bereich waren immer noch gesperrt und es fanden Baumaßnahmen statt. Nach Auskunft des Hotels soll dort ein großes Spa eingerichtet werden. Leider hatten diese Umbaumaßnahmen zur Folge, daß das Frühstücksbuffet in einem anderen Raum aufgebaut wurde und erheblich an Umfang eingebüßt hatte. Aus diesem Grunde gingen wir fast jeden Morgen zum nahe gelegenen Royal Hawaiian. Da dieses auch zur Kette Starwood Hotels gehört, kann man sogar room charge machen.

Ab Juni 2008 soll das Royal Hawaiian für mindestens sechs Monate komplett geschlossen und umgebaut werden. Unter anderem soll der historische Eingang wiederhergestellt werden. Demnach müßte ein Teil des Royal Hawaiian Shopping Center abgebrochen und die noch einzig verbliebene Parkanlage des Hotels durchschnitten werden. Nicht nur dieses gibt zu denken, sondern auch die Tatsache, daß sämtliche Angestellten des Hotels für die Zeit der Baumaßnahme entlassen werden. Bei diesen Angestellten herrschte nun schon eine sehr gedrückte Stimmung, denn wo sollten sie für über ein halbes Jahr auf O'ahu unterkommen?

Aber nicht nur im direkten Zentrum Waikikis stehen Baumaßnahmen an, auch am südlichen Rand wird gebaut. Dort errichtet Donald Trump ein Condotel, d.h. Condominium und Hotel, offenbar der letzte Schrei in den USA. Z.Zt. unseres Aufenthaltes wurde ebenfalls gerade der gesamte untere Bereich des Royal Hawaiian Shopping Centers total entkernt.

Auch die Unterhaltungsszene für Touristen hatte sich in Waikiki etwas geändert. Im Durchgang des Hyatt fand gar keine Livemusik mehr statt, statt dessen spielte eine Band neben dem winzigen Pool im ersten Stock. Im Marriott, Moana und Royal Hawaiian gab es zwar nach wie vor noch Livemusik, es handelte sich aber fast ausschließlich um moderne hawaiianische Musik. Mir kam es fast so vor, als habe man sich abgesprochen. Die Zeiten, als ein Augie Rey das Publikum im Hyatt und später im Royal Hawaiian aufputschte, sind anscheinend vorbei.
Geändert hatte sich auch die Straßenkünstlerszene an der Kalakaua Avenue. Gab es früher direkt gegenüber nur den "Mr. Goldman", so fanden sich jetzt in Abständen von 30 m die verschiedensten Akteure, die um die Trinkgelder der Touristen buhlten.

Zum Zeitvertreib besuchten wir auch die zahlreichen Souvenirshops auf dem International Marketplace. Hier, wie auch in sämtlichen anderen Geschäften in den USA wird klar, daß im eigenen Lande quasi nichts mehr produziert wird. Hilfreich bei solchen Feststellungen ist das amerikanische Gesetz, jegliche Warenherkunft auszuzeichnen. In den USA habe ich immer das Gefühl, daß 80 % der Produkte - auch Markenprodukte! - aus China stammen. In Waikiki kam eine andere Variante hinzu. Die "typischen" hawaiianischen Mitbringsel aus Holz wie Schalen und Masken stammten zu 99,9 % aus Indonesien und von den Philippinen. Es erfordert schon ziemlich viel Aufwand, authentische, wirklich in Hawaii gefertigte, nicht kitschige Andenken zu finden. Wird man fündig, bezahlt man für eine kleine Schale aus Koa-Holz einige 100 $.

Ebenso ist es schwierig - nicht nur auf Hawaii - sondern in den gesamten USA, ein sehr gutes Restaurant zu finden, in dem man nicht im Schweinsgalopp abgefüttert wird. Natürlich kann man sagen "andere Länder, andere Sitten", aber was dort manchmal abgeht, spottet jeder Beschreibung. Ich habe auch Mitleid mit den armen Servicekräften, die einen winzigen Grundlohn bekommen und letztlich von den "Tips" der Gäste leben. Daß aus diesem Grunde aber auch in ausgezeichneten Restaurants Tische mindestens dreimal pro Nacht verkauft werden und die Gäste dementsprechend durchgeschleust werden ist alles andere als schön. Aus dem System gibt es für die Gäste quasi auch kein Entrinnen. Unsere Versuche, das Essen der Vorspeise in die Länge zu ziehen resultierte darin, daß mit der einen Hand der Vorspeisenteller abgeräumt und mit der anderen Hand das Hauptgericht hingestellt wurde. Noch während man zum Abschluß des Essens einen Kaffee trinkt, bekommt man ungefragt die Rechnung hingelegt. Wird nicht umgehend bezahlt, wird eine derart ungemütliche Atmosphäre verbreitet, daß man schon von alleine geht. Meistens ist man durch die extrem hochgedrehten Klimaanlagen dann auch schon so durchgefroren, daß man von alleine gehen möchte. Selbst der Konsum von sehr teuren Getränken rettet nicht vor einer solchen Behandlung.

Drei Tage vor dem Ende unseres Urlaubes änderte sich das Wetter endlich: die Temperatur stieg merklich an, der Wind flaute ab und erwärmte sich. Das war endlich so, wie wir es früher erlebt hatten. Nunmehr machte es auch Spaß, sich in den Kapiolani Park zu legen, den Einheimischen beim BBQ zuzuschauen und auch schwimmen zu gehen. Als ich an einem Tag mein Boogieboard abspülen wollte, machte ich eine interessante Bekanntschaft. Ein etwas älterer, polynesisch aussehender Mann sprach mich an. Sein merkwürdiger Akzent uns sein Aussehen ließen mich über seine Herkunft rätseln. Er erzählte mir dann, daß er aus Französisch-Polynesien stamme, ausgerechnet von der von mir schon einmal besuchten Insel Moorea! Nun erklärte sich auch sein Akzent, denn seine Muttersprache war tatsächlich Tahitianisch. Als erste Fremdsprache hatte er dann Französisch gelernt, als zweite Englisch. Nunmehr konnte ich endlich eine Frage loswerden, deren Beantwortung mich schon seit längerem interessierte. Können sich Tahitianer und Hawaiianer in ihren Muttersprachen verständigen? Sie können, wenn sie einige Laute verschieben und verändern. Es entstand ein hochinteressantes Gespräch mit dem Mann, der schon viele polynesische Inseln als auch Chile bereist hatte. Irgendwann fanden wir den Dreh zur Situation der eingeborenen Hawaiianer. Er beklagte, daß diese ihre Sprache nicht mehr sprächen, aber auch auf Tahiti könne er sich kaum noch in seiner Muttersprache verständigen.

Am letzten Tag unseres Urlaubs waren wir mit meinem kalifornischen Freund verabredet, der für einige Tage nach Hawaii kommen wollte. Dummerweise hatte er mir vor seiner Abreise sein Hotel in Waikiki nicht mitgeteilt. Wir waren so verblieben, daß er uns im Moana aufsuchen solle. Den ganzen Vormittag warteten wir im Hotel, gingen dann schließlich in den Park, in der Hoffnung, daß er eine Nachricht für uns hinterließe. Leider Fehlanzeige. Nach unserer Rückkehr nach Hause berichtete er, das Hotel habe ihm die Auskunft gegeben wir seien keine Hotelgäste. Ich war fassungslos und mehr als ärgerlich. Das war ja nun nicht der einzige Fauxpas, der dem Hotel in diesem Urlaub unterlaufen war! Ich hatte mich so auf das Treffen gefreut.

Unser Flug nach Hause war angenehmerweise auf 14 Uhr terminiert, so hatten wir ausreichend Ruhe zum Frühstücken, Koffer packen und Fahren zum Flughafen. Das Teilstück nach San Francisco hatten wir auf American Airlines gebucht. Auch hier gab es nur First Class. Das hielt das Flughafenpersonal in Honolulu nicht davon ab, uns den Zugang zur Lounge zu verweigern, denn diese dürften nur "Mitglieder" betreten. Wenigstens war das Flugzeug ganz ausgezeichnet, es verfügte auch über Sleeper-Sitze, zwar nicht so komfortabel wie bei Lufthansa aber doch sehr gut. Gut waren auch Essen und Service. Nach dem Start bei strahlendem Sonnenschein, ich hatte das Glück an der "guten", das heißt linken Seite zu sitzen, bot sich ein wunderschöner Blick über Honolulu und Waikiki. Fast wie auf Bestellung passierte auch gerade die neue, von Maui kommende "Super Ferry" den Diamont Head. Viele sehr kontroverse Berichte über die Fähre hatte ich im Honolulu Advertiser gelesen. Nach gut 30 Minuten erreichte das Flugzeug aber leider den Jetstream und wir wurden die restlichen Stunden ziemlich durchgeschüttelt.

Die eine Stunde Zeit zum Umsteigen in San Francisco war fast zu knapp, denn wir mußten die Terminals wechseln und uns zudem neue Boarding Pässe besorgen. Abgehetzt erreichten wir den Lufthansa Airbus 340, wieder in hervorragender Ausstattung und mit hervorragendem Service. Sowohl beim Anflug als auch Abflug von San Francisco (beides im Dunkeln), hatten wir einen gigantischen Blick auf die Stadt und flogen vorbei an der illuminierten Golden Gate Bridge. Die weitere Flugroute führte interessanterweise direkt über den amerikanischen Kontinent, wie ich auf dem Bildschirm verfolgen konnte. Wir überflogen ganz exakt das Pine Ridge Indianerreservat, über welches ich im Urlaub gerade ein Buch gelesen hatte. Leider bewegten wir uns auch hier fast den gesamten Flug lang im Jetstream, was das Schlafen schwierig machte. Jedenfalls erreichten wir nach über 11 Stunden den Flughafen München, der, inklusive seiner sehr guten Lounge keinen Vergleich zu Frankfurt darstellt. Leider mußten wir vier Stunden auf unseren Weiterflug nach Hause warten, wo wir erst um 23 Uhr ankamen - allerdings ohne unser Gepäck, welches in San Francisco nicht mitgekommen war. Spätabends wurde es am nächsten Tag zu uns nach Hause geliefert, augenscheinlich gründlich durchwühlt vom Zoll.


Literaturempfehlungen:


- Allen, Helena G.: The betrayal of Liliuokalani. Last queen of Hawaii 1838-1917, Honolulu 1982 (Hochinteressante Biographie der letzten hawaiianischen Königin)
- Müller, Katja: Hawaii. Köln, 2. Aufl. 2001 (= DuMont Reisetaschenbuch)
- Nelles, Günter (Hrsg.): Hawaii. München 2. Aufl. 1993 (= Nelles Guides)
- Riedel, Burkhart et al.: Hawaii. München 1999 (Polyglott Reiseführer)
- Teuschl, Karl: Hawaii. Ostfildern, 9. Aufl. 2006 (= Marco Polo)
- Teuschl, Karl: Hawai'i. Köln, 2. Aufl. 2006 (= Vista Point)