Meine Route führte mich immer weiter nach Süden parallel zur Küste, die man aber durch einen bewaldeten Landstreifen dazwischen nicht sehen kann. Irgendwann erreichte ich unübersehbar die nördlichen Außenbezirke von Riga. Mein nächstes Übernachtungsziel war außergewöhnlich.

Stopover in Rīga (Riga), Lettland

Ich hatte sehr lange nach einer Übernachtungsmöglichkeit auf etwa halbem Wege zwischen Estland und meinen Endziel Liepāja in Lettland gesucht. Das hatte sich als sehr schwierig herausgestellt, gerade auch im Großraum Riga. So war ich dann auf die Unterkunft auf einer Insel im Delta der Daugava / Düna gestoßen. Auf der Insel Kundziņsala existiert eine historische Fischerdorfansiedlung, heute wohnen dort einige Familien permanent, es gibt aber auch zahlreiche Ferienwohnungen. Ich logierte bei einer Familie, die auf ihrem sehr großen Grundstück ein hölzernes Ferienhaus gebaut hatte. Dort wähnte man sich mitten auf dem Lande, einzig die manchmal herüberdringenden Geräusche aus der erweiterten Nachbarschaft erinnerten daran, daß etwa 500 Meter weiter ein riesiger Containerterminal angesiedelt war.

Nach einer sehr unruhigen Nacht, die einem ausgedehnten Gewitter geschuldet war, entschloß ich mich am nächsten Morgen nicht direkt nach Liepāja; zu fahren, sondern den Umweg über Ventspils (Windau) zu nehmen, denn dies hatte ich im letzten Jahr zeitlich nicht geschafft. Gerne hätte ich auch das große KGB-Gefängnis in Riga besucht. Da dies aber nur mit Führungen möglich ist und es zudem in der Nähe keine Parkplätze gibt, verwarf ich die Idee.

Von Riga nach Westen

Die Anreise dauert, obwohl nur 190 km lang, von Riga satte drei Stunden. Zumindest hatte ich erneut das Vergnügen, nochmals durch die Altstadt Rigas zu fahren, da es von der östlichen Seite quasi nur zwei Brücken über die Daugava gibt. Also bewegte ich mich aus dem Industriebezirk mit historischer, leerstehender Industriearchitektur und über indiskutabel schlechte Straßen, oftmals noch mit marodem Kopfsteinpflaster, immer weiter nach Süden. Irgendwann erreichte ich den Häuserbereich mit Gebäuden vom Ende des 19. Jahrhunderts. Schnell war ich von dort aus auch im Botschaftsviertel. Vor der russischen Botschaft wehte nach wie vor ein ganzer Fahnenpark mit ukrainischen Flaggen.

Über die imposant breite Daugava hielt ich mich von nun an nach Westen, ließ aber eine Besichtigung Jūrmalas aus, welches ich mir im letzten Jahr angeschaut hatte. Über eine - natürlich auch mit EU-Mitteln - gut ausgebaute Straße verließ ich den Großraum Riga. Die Fahrerei bei Tempo 90 und ständig noch langsamer fahrenden LKW durch Agrarlandschaft und Waldstücke ist langweilig und ermüdend. Aufgeweckt wird man allerdings durch abenteuerliche Überholmanöver der Einheimischen, gerne auch bei Gegenverkehr

Ventspils (Windau), Lettland

Endlich erreichte ich Ventspils, ein Städtchen von etwa 38.000 Einwohnern, das seine Bedeutung aus seinem Dasein als Hafenstadt zieht. Früher landeten hier Fähren aus Travemünde an, die fahren nun nach Liepāja;. Aber immerhin kann man nach Schweden übersetzen.

Ventspils machte zur Zeit meines Besuches einen absolut verschlafenen Eindruck. Es war wirklich gar nichts los. Vielleicht liegt der Ort viel zu abseits für manche Touristen. Die Stadt versucht dagegen zu arbeiten und putzt den Ort prächtig heraus. Gerade waren auch große Bauarbeiten zur Erneuerung der Straße entlang es Flusses im Gange. Hübsch zu besichtigen ist die Ordensburg von 1290 mit kleinem Museum, der Platz um das Rathaus, einige Jugendstilgebäude. Die Altstadt leidet natürlich darunter, daß sich exakt auf der gegenüberliegenden Seite der Industriehafenbereich der Stadt mit den entsprechenden Einrichtungen wie Kränen, Steinkohlehalden u.ä. befindet. Sehr empfehlenswert ist die Fahrt zur Mole an der Westseite der Stadt mit Aussichtsturm. Von hier gelangt man auch zum umwerfend breiten, weißen Sandstrand. Warum man dafür allerdings mühselig über sehr hohe und steile Dünen klettern muß und es keine Treppen wie auf der kurischen Nehrung gibt, ist mir nicht erklärlich….

Nun wurde es wirklich Zeit, mich meinem letzten Übernachtungsort meiner Rundreise zuzuwenden, Liepāja;. Für lächerliche 120 Kilometer benötigte ich satte zwei Stunden. Die Strecke führt durch absolut einsames Gelände, Wald- und Agrarland ohne nennenswerte Siedlungen. Niemand fuhr auf den gut ausgebauten, quasi menschenleeren Straße Tempo 90 und die wenigen Autos, die ich sah, gaben Gas. Erfreulicherweise waren auf der Straße keine LKW unterwegs, die sonst immer den ganzen Verkehr hinter sich aufstauen. Abends um 19 Uhr erreichte ich mein Ziel Liepāja;, wo ich im letzten Jahr bereits einen kurzen Zwischenstop gemacht hatte. Diesmal übernachtete ich für einige Tage zum Ausklang meiner Reise in einem wunderschönen und brandneuen Holzhaus erneut im Garten eines Privathauses.

Liepāja (Libau), Lettland

Den nächsten Tag nutzte ich erst einmal zur Entspannung nach der erlebnisreichen Tour. Dann fuhr ich zum nicht sehr weit entfernten Strand und versuchte mein Glück beim Suchen nach Bernstein. Da es fast windstill war, eignete sich das Wetter nicht unbedingt für die Suche. Zudem lag am Strand nur sehr wenig Tang, an dem der Bernstein haftet, trotzdem wurde ich wider Erwarten fündig: etwa 10 kleine bis sehr kleine Stückchen fand ich relativ schnell. Entweder hatte ich meinen Blick geschärft oder hier lag tatsächlich mehr, als im letzten Jahr 100 Kilometer südlich bei Klaipeda!

Bedauerlicherweise schlug das Wetter schlagartig um und es begann zu regnen. Was tun? Ich setzte mich ins Auto und fuhr ziellos in der Gegend des Strandparks Jūrmalas parks herum. Hier findet sich, wie im übrigen Liepāja Liepāja , ein abenteuerliches Architekturgemisch: historische Holzhäuser oder -villen, bestens renoviert oder in völlig desolatem Zustand neben postmodernen Häusern. Daneben prachtvolle renovierte Jugendstilgebäude und angrenzend ebensolche Gebäude völlig marode aber trotzdem bewohnt. Die Straßen von frisch hergerichtet bis desolat. Zudem waren einige der Durchgangsstraßen wegen Bauarbeiten voll gesperrt, was abenteuerliche Umwege bedeutete.

Am nächsten Tag war das Wetter noch schlechter: es regnete den ganzen Tag non-stop und die Temperatur war bis auf 13 Grad gesunken. Also konnte man nur etwas mit dem Auto unternehmen. Ich fuhr an den nördlichen Stadtrand von Liepāja. Direkt jenseits der Stadtgrenze in Šķēde hatte in den Dünen an drei Tagen Mitte Dezember 1941 eines von mehreren Massakern an der jüdischen Bevölkerung Libaus stattgefunden.

Nachdem die Wehrmacht Ende 1941 Libau erobert hatte, begannen umgehend ab Juli Ermordungen der Libauer Juden durch Einsatzgruppen, SS-Sicherheitsdienst (SD) und lettische Polizeibataillone. Vor dem Hintergrund, daß nur vier Wochen vorher die Sowjets, die Libau im Zuge des Hitler-Stalin-Paktes besetzt hatten, noch ca. 2000 Stadtbewohner nach Sibirien deportiert hatten, ist es um so befremdlicher, daß diverse lettische Einheiten bei den Greueln mitmachten.

Eine der Erschießungen vom Juli 1941, die am Rande der Altstadt nahe des Leuchtturms stattfanden, hat eine ganz besondere Bedeutung, denn sie wurde durch einen deutschen Marineangehörigen verbotenerweise privat gefilmt. Er versteckte den Film während des Krieges und stellte ihn später Yad Vashem zur Verfügung. Es ist das einzig gefilmte Zeugnis der Ereignisse während des gesamten Holocausts. Lange hat man versucht, die Stelle des Massengrabes zu finden. Ausgerechnet wenige Wochen vor meiner Ankunft war es durch amerikanische Wissenschaftler mit Hilfe von Bodenradar gefunden worden. Siehe hier: auf Lettisch und hier der Grabungsbericht in Englisch. Die Forscher stellten allerdings fest, daß es sich nicht nur um eine Stelle handelte, sondern um mehrere. Da ausgerechnet in diese Richtung eine fischverarbeitende Fabrik expandieren will, muß nun entschieden werden, wie vorgegangen werden soll.

Ich fuhr von der Holocaustgedenkstätte im Norden der Stadt zum in unmittelbarer Nähe gelegenen zaristischen "Nördlichen Fort", genauer: Artillerie Batterie Nr. 1, Teil der Festung von Liepāja. Zar Alexander III. hatte Ende des 19. Jahrhunderts den Befehl zur Erbauung gegeben. Zur Festung gehörte auch eine umfangreiche Wohnsiedlung. 1908 stellte sich die gesamte Anlage als Fehlplanung heraus und man versuchte, Teile davon im ersten Weltkrieg zu sprengen, um sie nicht in die Hände der Deutschen gelangen zu lassen. Die Sprengungen gelangen aber nur teilweise. Das nördliche Fort ist nur ein Ausschnitt der Festungsanlagen, ist aber gut mit dem Fahrzeug zu erreichen. Teile der imposanten Anlagen stehen noch direkt am Meeresufer, andere Teile wurden bereits unterspült und liegen nun als gemauert Klötze in der Brandung.

Unweit des 1,8-Kilometer langen Hafenpiers ist die Artillerie Batterie Nr. 3 ebenfalls gut mit dem Fahrzeug zu erreichen. Hier sind noch mehr gemauerte Festungsteile ins Meer gestürzt, welches zur Zeit meines Besuches bei Regen und starkem Wind sehr hohen Wellengang hatte. An und für sich wäre der heutige Tag gut zum Bernsteinsuchen gewesen, denn mit der Brandung wird immer viel Seetang an den Strand geworfen.

Ich fuhr nun direkt in den Stadtteil Karosta, den ich ja schon im letzten Jahr besucht hatte. Die absolut heruntergekommenen Plattenbauten vor der überdimensionierten, eindrucksvollen St. Nikolaus Kathedrale von 1901 wirkten bei dem Dauerregen und überfluteten Straßen noch schlimmer, als sie ohnehin schon waren. Allerdings scheint Entwicklung in den Stadtteil zu kommen. Am östlichen Ende, nahe des historsches Wasserturms, hat sich ein großer moderner metallverarbeitender Betrieb angesiedelt. In Sichtweite davon befindet sich die imposante "Manege", von der nur noch die Außenmauern stehen und in dem zur Zarenzeit Gymnastik betrieben wurde bzw. man Versammlungen abhielt. Das Gelände war umzäunt. Vielleicht gibt es hier doch bald neue Entwicklungen.

Abschließend fuhr ich noch, bei immer noch strömendem Regen, entlang der Promenade des Kanals von Liepāja, an dem nicht nur Fischerboote ankerten, sondern auch diverse moderne lettische Kriegsschiffe.

Am nächsten Tag hatte sich das Wetter zum Glück beruhigt. Es war zwar windig aber mit 18 Grad deutlich wärmer am Tag zuvor. Sogar die Sonne ließ sich blicken. Ich nutzte die Zeit zu einer Fahrt in die Innenstadt. Auf dem Programm stand der Besuch im sehr sehenswerten Stadtmuseum, welches in einer imposanten Villa aus dem Jahr 1900 des Libauer Architekten Paul Max Bertschi untergebracht ist. Im Kellergeschoß widmet sich eine ethnographische Ausstellung der Geschichte des südlichen Kurlands. Die Dauerausstellung bricht allerdings mit der ersten Unabhängigkeit Lettlands ab. Der "Rest" ab 1940 fehlt schlicht und ganz. Ein Schelm der Böses dabei denkt... weder wird auf die sowjetische noch die deutsche Besetzung eingegangen. Neben den ganzen Schrecklichkeiten hatte Libau neben Windau auch eine extrem wichtige Bedeutung bei der Versorgung der eingeschlossenen Heeresgruppe Kurland 1944 und 1945. Viele zehntausende Einwohner flohen per Schiff vor der Roten Armee.

Ich ging zu Fuß durch die Innenstadt, in der auch Straßenbauarbeiten in vollem Gange waren. Auch hier standen phantastisch renovierte Jugendstilvillen neben unrenovierten Gebäuden aus der Zeit, renovierte Holzhäuser neben fast verfallenen. Ich bin gespannt, wie sich die Stadt entwickeln wird, denn sie wird 2027 europäische Kulturhauptstadt werden.
Insgesamt würde ein Immobilienmakler über Liepāja, wohl sagen: das ist eine Stadt mit viel Potential.

Wegen des schönen Wetters fuhr ich auch zum Libauer See, der die Stadt im Osten begrenzt und der durch den Handelskanal mit der Ostsee verbunden ist. Der Bereich um den Kanal ist mehr oder weniger durchgehend schon restauriert.

Abschließend fuhr ich, nach den Entdeckungen vom Vortag, zum westlichen Ende der Stadt in Richtung des Leuchtturms, der aber mitten in einem geschlossenen Hafengebiet liegt. Hier wurden vor kurzem eben auch die Untersuchunger der Amerikaner zu den jüdischen Massengräbern durchgeführt. Der Bereich ist aber nicht erreichbar, überall befinden sich Checkpoints der dort angesiedelten Firmen, die den Zugang kontrollieren.

Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen vom Baltikum. Zurück ging es mit dem Fährunternehmen Stena Lines, welches die Strecke Liepāja - Lübeck/Travemünde bedient. Die Schiffe sind etwas kürzer als die Pendants von DFDS und "meins" war nun Anfang September bei weitem nicht ausgebucht. Mir persönlich hat die Stena-Fähre besser gefallen als die von DFDS. Sie ist besonders im Bereich der Kabinen übersichtlicher gestaltet und vor allem sind die Autodecks besser erreichbar. Muß man bei DFDS mit einem Auto über zig Rampen bis in den untersten Schiffsbauch fahren, inklusive sehr enger Rangierstellen, so lud Stena LKW ins Schiffsinnere, Autos hingegen auf das offenen Oberdeck über eine einzige Rampe. Auch die Kabine ist nicht so beengt und last but not least gibt es bei Stena kostenfreies Internet durchaus passabler Qualität.

Fazit der Reise

Diese zweite Reise ins Baltikum, auf der ich 2.800 Kilometer zurücklegte, hat meine Eindrücke vom letzten Jahren deutlich gestützt. Interessant war der Vergleich von Litauen und Lettland mit dem nun besuchten Estland. Letzteres erscheint mir von allen drei Ländern das am besten entwickelte. Das Land bietet eine sehr gute Kombination von Natur und Kultur. Allerdings sollte man sich vor allem in Nordosten in bezug auf Natur nicht blenden lassen. Oftmals verbergen sich hinten den Baumreihen längst der Straßen ausgedehnte Gebiete, in denen die Natur extrem ausgebeutet wird.

Die Preise waren in Estland ebenfalls auf höherem Niveau als in Lettland. Die Esten habe ich als sehr freundlich empfunden und muß meinen letztjährigen Eindruck von den Letten revidieren. In diesem Jahr stieß ich auf diverse sehr freundliche und hilfsbereite Menschen.

Das Wetter war, wie aber auch der Sommer in Deutschland, durchwachsen und bei weitem nicht so schön wie im letzten Jahr. Ende August, Anfang September ist überall ganz deutlich Nachsaison und man kann entspannt Sehenswürdigkeiten betrachten. Allerding muß man auf die Öffnungszeiten achten, denn spätestens ab September sind diese oftmals schon eingeschränkt.

Tips für Reisende:

Anreise: Die baltischen Länder sind schon deutlich von Deutschland entfernt. Entweder man fliegt und nimmt einen Leihwagen (muß dann aber bei der Rückgabe in einem anderen Land einen happigen Zuschlag zahlen) oder fährt die lange Strecke durch Polen (was ich letztes Jahr machte. Das dauert von Westfalen über Posen und Warschau bis zur Litauischen Grenze knapp zwei Tage). Die dritte Möglichkeit ist die Anreise mit einer der beiden Fährgesellschaften, die von Deutschland fahren: DFDS ab Kiel nach Klaipeda und Stena Lines ab Lübeck-Travemünde nach Liepaja. Preise und Abfahrtzeiten sind sehr unterschiedlich, so daß man auch kombinieren kann. Die Fahrtdauer beträgt ca. 22 Stunden. Eine weitere Variante ist die Fahrt von Travemünde nach Helsinki in Finnland (30 Stunden) und man setzt von dort erneut mit der Fähre über nach Tallinn.

Verwendung von Leitungswasser: Sensibilisiert wurde ich allerdings diesbezüglich in Rußland und der Ukraine (auch Thailand), wo man die Finger davon lassen sollte. Nun schleppen unsere östlichen europäischen Nachbarländer noch die Last der sowjetischen Geschichte mit sich herum. Mag das Wasser an sich noch trinkwasserfähig sein, scheint mir das Problem weit verbreitet im Leitungssystem zu liegen. Wer einmal die (teilweise freiliegenden) Installationen in einer Chruschtschowka oder den historischen Holzhäusern des Baltikums gesehen hat, weiß, was ich meine. Man weiß eben nicht, durch welche Rohre das Wasser geflossen ist…. Ein Indiz, welches meine Einschätzung unterstützt, ist immer der Verkauf von großen, mindestens 5-Liter-Wasser-Gebinden im Supermarkt. Das wird wohl seine Gründe haben.

Autofahren: Im Baltikum herrscht Tempo 90 auf Durchgangsstraßen, auch wenn sie gut ausgebaut sind. An jeder Häuseransammlung, Bushaltestelle usw. wird das Tempo auf 70 gedrosselt. Obacht: In Lettland befinden sich sehr gerne an solchen Stellen hoch an Masten kleine Radargeräte. In Estland stehen stationäre Blitzer wie in Deutschland. Davor wird (tatsächlich) durch ein Schild mit Kamerasymbol gewarnt. Parken ist quasi überall kostenpflichtig. In Riga und Tallinn mehr oder weniger unbezahlbar und in Riga durch ein kompliziertes SMS-Bezahlsystem erschwert. Besser ist, man checkt vorher Alternativen, wo man seinen Wagen parken kann.

Benzin: Die Preise in Estland lagen August 2023 ca. 4 Cent pro Liter über denen in Lettland und 10 Cent unter den Preisen in Deutschland. In Litauen war das Benzin (ca. 10 Cent unter den lettischen Preisen) mit Abstand am preiswertesten.

Einkaufen: Lebensmittel sind in Estland im Supermarkt teurer als in Deutschland (viel Import). Das sonstige Preisniveau ist eher wie in Deutschland. Souvenirs sind relativ teuer. In Lettland ist das Lebensmittelpreisniveau etwa so hoch wie in Deutschland, ggf. etwas höher.

Recycling: In Estland und Lettland wird auf zahlreiche Getränkeverpackungen Pfand erhoben. Die Rückgabe ist etwas schwierig. Am besten man sucht einen Automaten bei den großen Supermärkten wie Rimi oder Maxima. Die können außen am Gebäude stehen oder auch innen. Manche estnische Verpackungen werden in Lettland zurückgenommen, andere nicht.

Eintrittspreise: Die Preise zur Besichtigung von Sehenswürdigkeiten sind in Lettland und Estland recht hoch. Für große Attraktionen bezahlt man gerne einmal 15 € pro Kopf, selbst für kleine Museen 8 €. Das sollte im Budget eingeplant werden.

Literaturempfehlung:

- Altheide, Thorsten et al.: Baltikum. Litauen, Lettland, Estland. Bielefeld, 4. Aufl. 2019 (Reise Know How)

- Bünz, Tilman: Wo die Ostsee Westsee heißt, München 2018, 2021 (exzellentes Buch über eine Reise von Klaipeda nach Narva mit vielen Hintergrundgeschichten)