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Der "Golden Circle"

Ein "Must" für jeden Islandtouristen ist eine Fahrt um den sog. Goldenen Kreis, der angeblich die schönsten Eindrücke der Insel zusammenfaßt.
Da ich nicht richtig aufgepaßt hatte, fuhren wir die etwas ungewöhnlich Route über die südliche Ringstraße 1, um dann auf die 431 abzubiegen, die uns das erste Mal durch die Hochheiden Islands brachte. Entlang ging es am See Hafravatn auf Schotterpisten, bis wir endlich Mosfellsbær und damit die richtige Route erreicht hatten. AllmaennerschluchtVon dort führte uns die 36 zum großen þingvalla See, dem größten des Landes überhaupt. Am Schild Almannagjá biegt man besten nach rechts ab und erreicht ein Besucherzentrum, in dem man sich über Geschichte, Fauna und Flora informieren kann. Der Begriff Almannagjá bedeutet Allmännerschlucht und diente in der Wikingerzeit "allen Männern" des Landes Platz für Beratungen. Seit 930 n. Chr. fanden alljährlich die Zusammenkünfte des Althing, sozusagen des Parlamentes, bis zu seinem Umzug nach Reykjavik statt. Die begehbare Schlucht selbst liegt zwischen der amerikanischen und europäischen Kontinentalplatte, die sich sukzessive auseinanderbewegen. Sie ist auch als isländische Dehnungszone bekannt. Von einer Plattform oberhalb der Schlucht hat man einen hervorragenden Blick auf þingvellir, dem Tal der Things mit seinem Kirchlein und den 5 spitzgiebligen Häuschen. Es ist vermutlich das meist photographierteste Motiv auf ganz Island.
þingvellirNach einem Gang in der Schlucht fuhren wir mit dem Auto zum þingvellir und von dort weiter um den See, wo sich schöne Ansichten auf begrünten Lavaflächen boten. Hier und da sah man sogar eine kleine kniehohe Weide und andere Pflanzen. Da wir den Abzweig verpaßten, fuhren wir statt nach Osten auf der 36 durch unendlich ödes Lavagebiet nach Süden. Wegen der spärlichen Beschilderung bemerkten wir den Fehler viel zu spät, um noch umzudrehen. KeriðErst nach einer Stunde Fahrt erreichten wir die 35, die uns wieder nach Norden zum Gullfoss bringen sollte. So kamen wir aber am 55 m tiefen Krater Kerið vorbei, der mit tiefblauem Wasser gefüllt war und zu einer Reihe von Kratern gehört.
Nach einer langen Fahrt erreichten wir ca. 5 Km hinter dem Abzweig der 35 von der 37 das zweite Highlight der Fahrt, den Geysir. Hierbei handelt es sich um ein touristisch sehr erschlossenes geothermales Gebiet, dessen Highlight der Strokkur ist, der alle 10 Minuten eine große Wasserfontäne in den Himmel schießt. Strokkur.jpg Der große Geysir, der allen Geysiren auf dieser Welt den Namen gab, ist mehr oder weniger erloschen. In dem umzäunten Areal finden sich auch weitere Kalksinterbecken usw. die sehr sehenswert sind. Glücklicherweise gab es z.Zt unseres Besuches in der Vorsaison recht wenige Touristen. Wie es dort im Hochsommer aussieht, kann man sich lebhaft vorstellen!
GullfossWeiter führte uns die Fahrt nach Norden zum Goldenen Wasserfall, dem Gullfoss. Wir hielten an einem oberhalb gelegenen Parkplatz, von wo aus man einen sehr guten Blick auf den in der Sonne strahlenden Wasserfall hatten - Regenbogen inklusive. Über Treppen gelangt man dann direkt an die Fälle, denn der Fluß stürzt sich durch zwei Kaskaden in die Tiefe und fließt dann in einen engen Canyon. Bei dem schönen Wetter durchaus eindrucksvoll.

Die Rückfahrt erfolgte dann wie ursprünglich eigentlich geplant, über Laugarvatn querfeldein auf einer Schotterpiste (365) durch eine lavabedeckte Hochebene. Kamen wir in bewohnteres Gebiet, sahen wir Schafe und Pferde auf den tristen Weiden stehen.

Rundfahrt zum Snæfellsjökull

Schauten wir aus unserem Hotelfenster nach Norden, sahen wir immer in weiter Ferne die schneebedeckte Spitze des Snæfellsjökull, einem Kegelvulkan, glänzen, was uns zu einer Fahrt nach Norden animierte. Auf der Ringstraße 1 ging es vorbei an der Schlafstadt Mosfellsbær bis zum Fjord Hvalfjördur, den wir nicht mit dem neuen Tunnel unterquerten sondern umfuhren, was immerhin über eine Stunde dauerte, aber wunderschöne Ausblicke bot. Der Fjord hat übrigens seinen Namen von einer alten Walfangstation, die bis zum Jahre 1989 betrieben wurde. In deren Nähe fallen auch einige riesige Öltanks auf, in denen die Ölreserven Islands und der NATO (!) gelagert werden. Weiter ging es nach Norden, wir überquerten eine Brücke über einen Meeresarm bei Borganes und hielten uns weiter auf der landschaftlich langweiligen 54 nach Norden, die Spitze des Vulkans immer im Blick. Nach endlosen Kilometern erreichten wir die erste Attraktion der Tour, den Ringwallkrater Eldborg, der leider mit einem Auto nicht erreichbar war. So mußten wir uns mit einem Blick aus der Ferne begnügen. GerðubergBesser über eine Schotterpiste (567) erreichbar ist der Gerðuberg, eine Steilwand mit sechseckigen Basaltsäulen. 5 Km weiter sollte sich eine Heilquelle, die größte Islands sowie ein Wasserfall finden. Wir fuhren die Piste entlang eines Vulkans durch ein Lavagebiet und konnten von einem Parkplatz aus den Wasserfall sehen. Wir folgten einem Trampelfahrt über Stock und Stein, erreichten aber selbst nach längerem Laufen die Quelle nicht. Unsere Erfahrung mit dem Vogelfelsen Hafnaberg ließ uns dann doch umdrehen...
Ytri Tunga Endlose Kilometer fuhren wir weiter nach Westen durch spärlich besiedeltes Gebiet, in dem kleine Farmen lagen, die von Grünland umgeben waren. Laut Reiseführer sollte die nächste Attraktion der Hof Ytri Tunga sein, an dessen Strand sich oft Seehunde sonnten. Die Landschaft dort am Wasser war sehr hübsch mit goldgelbem Sandstrand, der in der Sonne glänzte. Allerdings war der Wind auch wieder recht stark. Wir gingen den Strand auf und ab, aber von Seehunden war weit und breit nichts zu sehen...
BúðirNun ging es weiter zum Lavafeld Búðahraun, welches sehr sehenswert sein sollte. Der ehemalige Fischerort Búðir ist mittlerweile verlassen, es gibt nur noch ein kleines Hotel und ein Kirchlein mit Friedhof. Die im Reiseführer beschriebene Lavahöhle samt 3 m hohen Farnen war nur nach 1,5stündigem Fußmarsch erreichbar, was wir uns dann schenkten. Schade auch.... Statt dessen gingen wir etwas durch das Lavafeld mit seinen tiefen Einbrüchen bis hin zu den Stranddünen. Sooooo toll war das nun auch alles wieder nicht.
Wir merkten, daß uns allmählich die Zeit davonlief, es war schon späterer Nachmittag. Eigentlich war geplant, den Snæfellsjökull zu umrunden und über Ólafsvíik auf der nördlichen Route weiterzufahren. Am Abzweig der Piste 570 von unserer Straße 574 überlegten wir. Unsere Straße, die um den Berg führte, wurde auch hier zur Schotterpiste. Die 570, die am Berg auf hoher Höhe vorbeilief, war auch Piste. Konnten wir das mit unserem Wagen schaffen? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Gut, daß uns der Leihwagenverleiher nicht sah. Die Piste war extrem steil und kurvig und wand sich vom Meeresniveau bis auf 700 m hoch. SnæfellsjökullDort fand sich das Basislager der Schneekatzenverleiher, mit deren Hilfe man bis auf die 1446 m hohe Spitze des Berges fahren kann. Hier begann auch die Schneegrenze. Von dort oben hatte man auch einen phantastischen Blick auf das gesamte Umland. Kaum überlegten wir, weiterzufahren, da kamen uns zwei Fußgänger entgegen. Es stellte sich heraus, daß das Franzosen waren, die sich mit ihrem Allradfahrzeug auf dem Weg nach unten auf der anderen Seite festgefahren hatten. Es ging nicht mehr vor und zurück, wir konnten auch nicht helfen und die Schneekatzenverleiher waren auch schon weg. Also mußten wir wieder den Weg zurück und fuhren aus Zeitmangel wieder die gleiche Strecke, die wie gekommen waren. Allerdings machten wir diesmal in Akranes einen Halt und durchquerten auch den 6 Km langen Tunnel, was immerhin 1.000 ISK kostete. Insgesamt hatte die ganze Fahrt weit über 9 Stunden gedauert.

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