Vom Don und Tschir zum Donez (Januar - Juni 1943)

Bereits vor dem Fall Stalingrads hatten russische Truppen zu einem erneuten Vorstoß über den Don angesetzt. Zusammen mit Angriffen am Donez und im Kaukasus sollte die deutsche Armee in eine große Vernichtungsschlacht geführt werden. Als nach dem zweiten russischen Durchbruch am Don die deutsche Front vom Tschir auf den Donez zurückweichen mußte, wurde von Hitler ein gerade noch rechtzeitiges Absetzen der Truppen aus dem Kaukasus genehmigt. Die hinter den Don zurückgedrängten deutschen Divisionen konnten somit die zwischen Don und Mius schwer bedrängten Armee-Abteilung Hollidt unterstützen.

Am 14. Januar 1943 traten russischen Truppen zum dritten Angriff über den Don Richtung Donez an und trafen dort u.a. auf die zurückweichenden Armeeabteilungen Hollidt und Fretter-Pico. An den von der italienischen Armee südlich von Kalitwa und bei Korotojak gehaltenen Frontabschnitten kam es sofort zu einem Durchbruch.

In der Nacht vom 14. auf den 15.1.43 erfolgte der Befehl zum Absetzen auf den Donez. Da die russischen Truppen nur zögerlich folgten, gab es kaum deutsche Verluste. Am 17.1. bezog die 306. Infanterie-Division erstmalig als geschlossener Verband eine Verteidigungsstellung südlich von Forschstadt am westlichen Ufer des Donez. Das Westufer war stark erhöht und bot somit eine gute Sicht über das gegenüberliegende, wellige Gelände. Allerdings war das Flußufer dicht bewachsen und somit nicht gut zu verteidigen. Bei Temperaturen von -35 Grad wurde versucht, in den gefrorenen Boden Stellungen zu bauen. Der Donez war zugefroren und bot selbst leichten Panzern kaum ein Hindernis. Weite Teile der 306. Infanterie-Division kämpften hier zusammen mit dem XVII. Armeekommando. Durch den Zusammenbruch der verbündeten Armeen Rumäniens, Italiens und Ungarns war es zu einer Frontlücke von 300 km gekommen. Bis zum 28.1. versuchten russischen Truppen dort an verschiedenen Stellen den Donez zu queren, was zu verlustreichen Abwehrkämpfen führte. Am 28.1. gelang es russischen Einheiten, einen Brückkopf zu schlagen und über die Brücke Panzer auf das westliche Donezufer zu bringen.

Vom Donez zum Mius (Februar - Juni 1943)

Am 7.2. erhielt die Armeeabteilung Hollidt den Befehl, sich auf die verkürzte Miusstellung abzusetzen. Die 306. Infanterie-Division konnte bis zum 8.2. noch russischen Angriffe abwehren, trotzdem hatte die Offensive eine Lücke von gut 350 km in die deutsche Front gerissen. Einen Tag später marschierte die Division bataillonsweise über Schachty und Rowenki zum Mius. Gleichzeitig wurde eine Änderung in der Befehlsführung im Südteil der Ostfront vorgenommen. Die Heeresgruppe Don wurde in Heeresgruppe Süd umbenannt.

An der Front setzten sich die Regimenter 579 und 581 täglich um ca. 25 km nach Westen ab. Gesichert wurde der Rückzug westlich Forschstadt durch die Schnelle Abteilung und eine Radfahrschwadron, so daß die Masse der Division kaum Verluste hatte. Durch Schneestürme waren die Rollbahnen für viele motorisierte Fahrzeuge unpassierbar geworden, einzig die Pferde bewährten sich unter den schwierigen Bedingungen. Am 17. 2. wurde die sog. "Maulwurflinie" erreicht. Russische Schneeschuheinheiten hatten die deutschen Truppen rechts und links überholt und die Miusstellungen besetzt. Somit mußte die 306. Infanterie-Division schnellstmöglichst eine eigene Verteidigung einrichten, da ein russischer Angriff befürchtet wurde - der dann tags darauf tatsächlich stattfand. Der Stellungsausbau war wegen des felsigen Bodens äußerst schwierig und die Soldaten mußten tagsüber schanzen und nachts wachen. Die Division sollte einen 35 km breiten Abschnitt ca. 4 km südlich von Krasni Lutschmit verteidigen, wobei links das Grenadier Regiment 580, in der Mitte das Grenadier Regiment 579 und rechts das Grenadier Regiment 581 lag.

Der Ferntroß des Infanterie-Regiments 581 hatte über Rowenki und Kubischew nun Ssneshnoje erreicht und mußte Einkesselungsversuchen der russischen Truppen widerstehen. Der Einsatzbericht spricht davon, daß sich beim Troß nur noch Hilfswillige befanden. Diese Kämpfe dauerten bis zum 25.2. und die Deutschen zogen sich über Nishnij Nagoltschik, Jessaulowka und Bukowo-Anthrazit zurück. Am 19.2. wurde Krassnij Lutsch erreicht und am 27.2. der Regiments-Gefechtsstand des Grenadier-Regiments 581 bei Nikiforoff eingerichtet. Nur zwei Tage später brachen russische Truppen an der Nahtstelle der Regimenter 579 und 580 durch und verwickelten auch die Schnelle Abteilung 306 in heftige Kämpfe, die zu starken deutschen Verlusten führten. Aus Ersatztruppenteilen wurden Soldaten an die Front gebracht, die volle Kampfstärke aber nicht erreicht.

An der gesamten Ostfront brachte eine deutsche Gegenoffensive durch die Armeeabteilung Kempf am 21.2. bei Dnjepropetrowsk nach Osten wegen der zurückweichenden russischen Truppen einen erheblichen Raumgewinn und eine Abwendung der drohenden Umfassung der Miusfront. Insgesamt blieb die Miusfront vom Februar bis Juli 1943 trotz kleinerer russischer Angriffe ruhig und es wurde erstmals Fronturlaub gewährt.

Im März waren die russischen Truppen umgruppiert worden. Vor der Front der 306. Infanterie-Division standen vor allem die 40. G.S.D. am rechten Flügel, die 258. S.D vor der Mitte und die 126. S.D. vor dem linken Flügel, wobei die Kompanie-Gefechtstärken durchschnittlich nur 25 Mann betrugen, die oft nicht vollständig uniformiert und ausgebildet waren. Russische Artillerie und allgemeine Kräfteverteilung wurden von der deutschen Seite als schwach eingeschätzt und ein Angriff nicht befürchtet. Die Flüsse Mius und Krepenkaja führten Hochwasser und ließen einen russischen Angriff nicht zu.

Die Divison baute eine Hauptkampflinie aus, insbesondere eine Riegelstellung gegen einen Miusangriff westlich von Dmitrijewka. Da der Stellungsbogen um Jessaulowka gefährdet war, wurde auch hier eine Riegelstellung ausgebaut. Der Stellungsausbau im Bereich der Division wird erschwert durch ein unter dem Boden liegendes hartes Gestein, was Sprengungen erforderlich machte. Auch war das Anfahren von Stellungsmaterial durch die schlammigen Wege sehr schwierig. Als Schwäche der Division wurde der unzureichende Stellungsbau, die geringe Artillerieausstattung und vor allem die geringe Ausstattung mit Panzerabwehrwaffen bezeichnet. Einem Großangriff sei die Division nur nach Zuweisung von erheblichen Verstärkungen gewachsen hieß es im Kriegstagebuch.

Mitte März war die deutsche Südfront insgesamt wieder geschlossen worden und bot von Taganrog bis Bjelgorod eine fast gradlinige Verteidigungsstellung. Die neugebildete 6. Armee hielt den Abschnitt von Taganrog bis zum Donez, also primär die Miusstellung. Die vergangenen Monate hatten an der Ostfront zu katastrophalen Verlusten geführt, hinzu kam die zur gleichen Zeit stattfindende Niederlage in Nordafrika. Dies führte zu weiteren Problemen mit den verbündeten Armeen und zu einem Moralaufschwung bei den Sowjets.

Anfang April befand sich der Gefechtsstand der 306. Infanterie-Division in Nowij Donbaß und bis Juni war es, bis auf vereinzelte russische Späh- und Stoßtrupps, die abgewiesen wurden, an der Front relativ ruhig. Der Ferntroß des Infanterie-Division 581 war im Mai von Jekaterinovka nach Tschistjakowo in das alte Quartier verlegt worden, das Regiment selbst stand am 5.6. in Gerasimowa.

Anfang Juni versuchten russische Truppen östlich Jessaulowka in die deutsche Hauptkampflinie einzudringen. Ende Juni wurde ein lebhafter LKW-Verkehr im Raum von Nishnij Nagoltschik beobachtet. Die Deutschen befürchten einen russischen Angriff und setzen eigene Späh- und Stoßtrupps ein. Deutsche Schanzarbeiten wurden mit russischem Störfeuer belegt.

Die 1. Miusschlacht (17.7. - 2.8.1943)

Der Mius und sein rechter Nebenfluß, der Krynka, mündet in den breiten Wasserlauf des Mius-Liman, wodurch die etwa 30 km lange Miushalbinsel gebildet wird. Durch das heiße kontinentale Klima im Sommer führen die Flüsse wenig Wasser und waren bei Furten leicht zu überschreiten. Vor allem westlich des Mius ist die Landschaft durch Balkas, tiefe Schluchten, durchzogen. Endlose Sonnenblumen- und Maisfelder bestimmten das Landschaftsbild, während die Straßen fast ausnahmslos unbefestigt waren.

Im Juli begann die letzte große deutsche Offensive im Osten, das Unternehmen Zitadelle im Raum Orel-Kursk, welches am 15.7. u.a. deshalb abgebrochen wurde, weil zur gleichen Zeit die Alliierten auf Sizilien landeten. Russische Truppen versuchten im Süden die Front der 6. Armee zu sprengen und das Donez-Becken zu befreien. Der Beginn war die erste Miusschlacht vom 17.7.43.

In der ersten Julihälfte, der Divisionsgefechtsstand war immer noch Nowij-Donbaß, verstärkten sich Anzeichen für eine Großoffensive, da im Raum Kubischew, Rußkoje und Dmitrijewka russische Truppen aufmarschierten. Auch wurde durch Messungen festgestellte, daß sich die russische Artillerie auf den Frontabschnitt der 306. und der benachbarten Division einschoß.

Am 17.7 begann dann der russische Großangriff in den frühen Morgenstunden in 2 Stoßgruppen: die 28. Armee südlich und die Stoßarmee nördlich von Kubischew am Mius im Raum Dmitrijewka nach Gerasimowa, wo das Grenadier Regiment 581 stand. Insgesamt waren an dem Angriff zwei motorisiert-mechanische Korps, zwei selbständige Panzerbrigaden und 12 Schützen Divisionen, darunter mehrer Garde-Divisionen beteiligt. Ziel war Stalino, welches nach Planungen am 20.7. genommen werden sollte. Zum Gegenstoß setzten das zweite Bataillon 579 mit der Panzerjägerabteilung und einer Einheit von neun Sturmgeschützen an und konnte im Abschnitt des Grenadier Regiments 581 wieder die alte Hauptkampflinie erreichen. Bei den Nachbardivisionen rechts konnten weitere russische Durchbrüche nicht verhindert werden. Als es am 18.7. erneut zu Angriffen im Abschnitt des Grenadier Regiments 581 kam, war die 306. Infanterie-Division nicht in der Lage, den russischen Vorstoß in ihrem Abschnitt zu stoppen. Somit wurde die 16. Panzergrenadier- und 23. Panzerdivision herangeführt, aber auch diese konnten die Lage nicht bereinigen.

Erst durch den Einsatz mehrerer SS-Divisionen im Abschnitt der 306. Infanterie-Division konnte am 22.7. ein Gegenangriff beginnen und am 25.7 die ursprüngliche Lage wiederhergestellt werden. Durch die Gegenoffensive erreichten alle deutschen Truppen am 2.8. wieder die alte Hauptkampflinie am Mius.

Der russische Einbruch westlich Dmitrijewka war in einer Abwehrschlacht von 17 Tagen und einem viertägigem Gegenangriff durch die zahlenmäßig stark unterlegenen Deutschen (zwei Divisionen, eine motorisierte Division, eine Panzerdivision, 4-5 Bataillone) beendet worden. Von deutscher Seite wurden in erheblichem Umfang Gefangene genommen und insgesamt waren auf beiden Seiten die Verluste sehr hoch.

Am 3.8. begannen die russischen Armeen eine Großoffensive gegen die Heeresgruppe Süd, wobei insbesondere auch Charkow sehr stark umkämpft war, aber am 22. letztlich doch von deutschen Truppen geräumt wurde. Weiter südlich wurde kurz vorher die noch stehengebliebene Front am Donez bei Isjum und die Front der 6. Armee am Mius ausgedehnt.

Im Bereich der 306. Infanterie-Division war der Abschnitt des Grenadier Regiments 580 ein erstes Angriffsziel. Er wurde regelrecht von russischer Artillerie eingeebnet. Durch den Abzug der Panzergrenadier- und Panzerdivision war die 306. Infanterie-Division wieder allein und stark geschwächt.

Die 2. Miusschlacht (18.8. - 1.9.1943)

Mitte August stand die abgekämpfte 6. Armee ohne jegliche Reserve auf einer 200 km langen Front, wobei im Kreigstagebuch der 6. Armee bemerkt wurde, daß es weniger an Waffen als an Menschen mangelte.

Einige Tage vor dem 18.8. war ein verstärkter Verkehr hinter der gegnerischen Front erkennbar, trotzdem gelang den Sowjets ein Überraschungsangriff an der gleichen Stelle, an der auch die 1. Miusschlacht begonnen hatte. Eine Auffrischung der russischen Truppen war aus der Nähe der Front erfolgt und somit von den Deutschen nicht wahrgenommen worden. Die 306. Infanterie-Division unterstand dem XVII. Armeekorps und der Abschnitt der 6. Armee reichte von der Küste im Süden bis in den Raum Woroschilowsk am Donez, wie gesagt ca. 200 km lang. Die Miusschlacht dauerte 14 Tage und war von erbitterten Kämpfen geprägt. Der zweite russische Großangriff am Mius begann am 19.8. und die deutsche Front war nicht zu halten.

Vom 26.-28.8. brachen russische Truppen schließlich vollständig nach Westen in das Hinterland durch, schwenkten in den folgenden Tagen nach Süden und kesselten das XXIX. Armeekorps mit fünf Divisionen ein. Diese brachen am 30.8 unter Aufgabe von Taganrog aus dem Kessel aus.

Im Bereich der 306. Infanterie-Division brachen russische Truppen auf 45 km Breite an mehreren Stellen durch und die Deutschen konnten keine Gegenoffensive starten. Am 31.8. war beim Grenadier Regiment 579 der Anschluß zu beiden Flügeln verlorengegangen und es begann eine langsame, hart umkämpfte Rücknahme der Truppen in den Raum nördlich von Krassnij Swesda. Eine weitere Rücknahme bei anhaltendem russischem Druck wurde befohlen, wobei es bei der Rücknahme der Truppen über die Charzysskja bei Orlowo Iwanowka zu erheblichen Verkehrsstockungen kam. Die Kampfkraft der deutschen Truppe war wegen des Dauereinsatzes und starker nächtlicher Wolkenbrüche erheblich geschwächt.

Vom Mius zum Dnjepr (September 1943) Saporoshje

Anfang September zogen sich die deutschen Einheiten immer weiter nach Westen zurück. Die Soldaten der 306. Infanterie-Division waren froh, wenn sie in einer Stellung zwei Tage bleiben konnten, denn ansonsten wurde immer im Wechsel geschanzt und geschlafen.

Die 6. Armee wurde am 3.9. auf die sog. Schildkrötenstellung Mariupol - Kalmius - Konstantinowka zurückgenommen und am 6.9. erreichte das Grenadier Regiment 579 Makejewka, nur 6 km östlich von Stalino. Hier waren gut ausgebaute Stellungen für die zurückweichenden Truppen angelegt worden. Allerdings war ein Teil schon von russischen Truppen besetzt worden, bevor die Deutschen sie erreichten. Der Division war es nicht möglich, durch Gegenstöße diese Stellungen einzunehmen.

Nach russischen Umfassungsbewegungen wurde klar, daß Stalino nicht zu halten sein würde und einen Tag später kam der Befehl zum Absetzen an den Westrand Stalinos. Abends um 23 Uhr, so der Kampfbericht des Grenadier Regiments 579, schlug sich das Feld-Ersatz-Bataillon nördlich der Stadt durch, während das 2. Bataillon nach Süden auswich. Der Regiments-Gefechtsstand meldete zur gleichen Zeit, daß russische Truppen "johlend" in die Stadt einzögen. Der Himmel sei brandrot erleuchtet von vernichteten Industriewerken.

Die 6. Armee war so geschwächt, daß sie in immer schnellerem Tempo auf den unteren Dnjepr ausweichen mußte - russische Einheiten ständig hart im Rücken. Rückzugsrichtung war Nordost nach Südwest und täglich mußten die Deutschen 15 - 20 km zurücklegen. Stellungserkundungen und Stellungsausbau waren z.B. beim Grenadier Regiment 579 nicht mehr möglich. Täglich kam es zu russischen Einbrüchen, Stellungen wurden überrannt und Geschütze mußten nach dem letzten Schuß gesprengt werden. Die Artillerie schaffte es oft nur knapp, die nachdrängenden russischen Einheiten aufzuhalten.

Am 15. 9. erfolgte auf Befehl die Rücknahme der 6. Armee auf die Watonlinie (Dnjepr-Knie - Melitopol).

Am 20.9. erreichte die 306. Infanterie-Division den Brückenkopf Saporoshje, vom Mius aus hatte die Division nun etwa 250 km zurückgelegt. Der Brückenkopf war von mehreren Divisionen im weiten Bogen nach Osten gebildet worden, um die wichtige Stadt zu halten. Die 306. Infanterie-Division wehrte am 24. und 25.9. starke russische Angriffe ab und wurde danach von der 333. Infanterie-Division abgelöst. Im Ablösebefehl war angeordnet worden, die MGs für die nachfolgende Division zurückzulassen. Dies nutzen russischen Truppen für Vorstöße und konnten einige MGs erobern. Die anderen wurden von den zurückgekehrten Soldaten der 306. Infanterie-Division mitgenommen. In geschlossener Ordnung marschierte die Division regimentsweise über die noch intakte Sperrmauer nach Saporoshje, wo im Westteil der Stadt saubere Unterkünfte bezogen wurden. Die Ruhe währte nicht lange, denn die 306. Infanterie-Division wechselte vom XVII. Armeekorps zum XXX. der 1. Panzerarmee (General Fretter-Pico) und es erfolgte ein neuer Marschbefehl.

Der Kampf um den Dnjepr (September - November 1943)

Nach nur einigen Stunden Ruhe wurde die Division nach Susskoja südwestlich von Dnjepopetrowksk verlegt, wo russische Truppen über den Dnjepr eingesickert waren. Das Grenadier Regiment 580 wurde auf Fahrzeugen nach Susskoja verlegt und marschierte dort ungehindert durch den Ort Michailowka. Einige Kilometer außerhalb stieß das Regiment auf russischen Widerstand an einer Anhöhe, die einen guten Überblick über die Dnjepr-Ebene bot. Dem Regiment wurden zur Verstärkung 400 Artillerie-Soldaten unterstellt (ohne Geschütze) und es kam zu zahlreichen russischen Vorstößen durch die Mais- und Sonnenblumenfelder, die erhebliche deutsche Verluste nach sich zogen.

Am 29.9. trafen auch das Grenadier Regiment 579 und das Artillerie Regiment 306 auf dem Kampffeld ein und die Division startete einen Angriff, der von Bombern unterstützt wurde. Trotzdem gelang es den Russen nachts zahlreiche Truppen und Material auf die Westseite des Dnjepr zu bringen und einen Brückenkopf einzurichten, der von den Deutschen nicht mehr eingenommen werden konnte.

Ende September 1943 weigerte sich Hitler, die langgestreckte Front des Donezbogens und die Krim aufzugeben. Er befürchtete u.a. eine weitere Schwächung der ausländischen Truppen aus Rumänien und Ungarn. Auch wurde befürchtet, die kriegswichtigen Manganerzgruben in Kriwoj Rog und die Erdölfelder bei Ploesti zu verlieren.

Deutsche und russische Truppen waren Anfang Oktober in Angriffe und Gegenvorstöße verwickelt. Odinez wurde vom Grenadier Regiment 579 heiß umkämpft, während am 7.10. eine russische Großoffensive auf der gesamten Frontlänge von Kiew bis Melitopol am Schwarzen Meer begann. Im Bereich der 1. Panzerarmee wurde Saporoshje angegriffen, wo sich am Dnjepr noch ein starker deutscher Brückenkopf befand. Ziel war Kriwoj-Rog.

Am 10.10. griffen die russischen Einheiten mit starker Artillerie-Unterstützung gegen die 306. Infanterie-Division an. Ein Einbruch konnte von den Deutschen zurückgewiesen werden. Nur fünf Tage später griff die 2. Ukrainische Front erneut aus dem Brückenkopf an und es kam bei schlechtesten Wetterbedingungen wie Eiswind und Schneeregen zu erbitterten Kämpfen.

Bis zum 14.10. wurde der Brückenkopf von Saporoshje gegen die 3. Ukrainische Front gehalten. Russische Truppen schafften es dann, erst bei Piatichatka später bei Dnjepropetrowsk die Verteidigungslinie der Deutschen zu durchstoßen.


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Rußland - Vom Tschir zum Dnjepr, Januar - November 1943
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