Allgemeine Informationen zu Reisen nach Kanada und in die USA

Die folgenden Hinweise sollen Ihnen bei der Planung Ihrer Reise behilflich sein. Sie listen auf, was unbedingt vor der Abreise bedacht und erledigt werden muß. Darüber hinaus enthalten Sie zahlreiche Tips und Informationen für unterwegs. Vorweg läßt sich aber schon sagen, daß das Reisen nach und in USA und Kanada relativ unkompliziert ist. Trotzdem gilt es einige wichtige Aspekte zu beachten.

Alkohol und Zigaretten

Für Verkauf und Konsum alkoholischer Getränke gilt in den USA und in Kanada ein Mindestalter von 21 Jahren. Alkohol am Steuer ist tabu, ebensowenig dürfen alkoholische Getränke sichtbar im Auto mitgeführt werden. Generell ist Alkoholgenuß in der Öffentlichkeit verboten. In Indianerreservationen herrscht absolutes Alkoholverbot. In Kanada können alkoholische Getränke nur in staatlichen Liquor Stores gekauft werden. In Restaurants ohne Alkohollizenz darf man offiziell seine eigene Flasche mitbringen ("Bring your own bottle").

In den USA wurde in den letzten Jahren eine rigide Anti-Raucher-Kampagne durchgeführt. Dies hat zur Folge, daß an vielen öffentlichen Orten überhaupt nicht oder nur mehr unter unangenehmen äußeren Bedingungen geraucht werden darf (etwa auf Flughäfen in winzigen Glaskäfigen oder im Restaurant nur am "Katzentisch" neben der Toilette).

Die Höchsteinfuhrmenge für USA wie auch für Kanada beträgt jeweils 200 Zigaretten oder 50 Zigarren sowie 1 Liter Alkohol (Bier, Wein, Schnaps).

An- und Einreise

Für die Einreise in die USA wie auch nach Kanada benötigen Besucher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz lediglich einen Reisepaß, der mindestens für die Dauer des geplanten Aufenthalts gültig sein muß. In den USA werden seit Oktober 2004 nur mehr maschinenlesbare Ausweise akzeptiert (für Deutschland der auberginenfarbene Reisepaß). Dies gilt selbst für Kinder und Babys! Voraussetzung für die Visafreiheit ist ferner, daß die Reise nicht länger als 90 Tage dauert und der Besucher bei der Einreise ein Ausreiseticket vorlegen kann. Für Kanada beträgt die maximale Aufenthaltsdauer sechs Monate.

Kurz vor der Landung in den USA füllt man im Flugzeug ein Einreise- und Zollformular aus, auf dem eine Adresse in den USA angegeben werden muß (falls Sie niemanden besuchen, vermerken Sie dort die Adresse Ihres ersten Hotels in den USA). Alle Fragen - auch skurril anmutende nach kriminellen Absichten - müssen korrekt und vollständig beantwortet werden.

Nachdem Sie das Flugzeug verlassen haben, steht zunächst die Paßkontrolle ("Immigration") an. Dabei wird im Rahmen der seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 verschärften Einreisebestimmungen der USA von jedem Besucher ein Fingerabdruck (beide Zeigefinger) genommen sowie ein Foto gemacht. Bevor es zum Zoll geht, müssen Sie Ihr Gepäck vom Band holen. Dies gilt selbst dann, wenn Sie unter derselben Flugnummer weiterfliegen. Der erste Flughafen in den USA ist immer der Einreiseflughafen, auf dem sämtliche Formalitäten erledigt werden müssen. Beim Zoll stellt der Beamte Fragen nach eingeführten Waren und kontrolliert eventuell das Gepäck. Achtung: Es dürfen keine Frischlebensmittel (Obst, Gemüse, Wurst, Fleisch, Letzteres auch nicht in getrockneter Form) eingeführt werden, selbst die mitgebrachte Butterstulle sollten Sie lieber im Flugzeug zurücklassen.

Zahlreiche Fluggesellschaften bieten Flüge von Deutschland nach USA und Kanada an. Vor allem von Frankfurt und München aus werden Ziele in Nordamerika direkt angeflogen. Der Wettbewerbsdruck auf den transatlantischen Routen schlägt sich in relativ günstigen Tickets nieder (ab 500 US$ für ein Rückflugticket nach New York). Die reine Flugdauer beträgt sieben (Ostküste) bis zwölf Stunden (Westküste, jeweils Hinflug).

Ärztliche Vorsorge

Vor der Abreise sollten Sie unbedingt eine Reise- bzw. Auslandskrankenversicherung abgeschlossen haben, die auch die Rückholung im Krankheitsfall beinhaltet. Die medizinische Versorgung in USA und Kanada ist gut, ärztliche Leistungen müssen aber sofort bezahlt werden. Apotheken, wie man sie in Deutschland kennt, gibt es nicht - Medikamente erhalten Sie in Drugstores, Supermärkten und Kaufhäusern. Ständig benötigte Arzneimittel sollte man (inklusive Rezept) mitbringen. Rettungsdienste sind in beiden Ländern über die Notrufnummer 911 erreichbar.

Botschaften und Konsulate

USA

US-Botschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz:

Neustädtische Kirchstraße 4-5
10117 Berlin
Tel. (030) 8305-0
www.usembassy.de

Boltzmanngasse 16
1090 Wien
Tel. (01) 313 39-0
www.usembassy.at

Jubiläumsstrasse 95
3001 Bern
Tel. (0900) 87 84 72
www.bern.usembassy.gov

Die USA unterhalten ferner Konsulate in Düsseldorf, Frankfurt/M., Hamburg, Leipzig, München, Salzburg, Zürich und Genf.

Deutsche Botschaft in USA:
4645 Reservoir Road NW
Washington, DC, 20007-1998
Tel. (202) 298-8140
www.germany-info.org

Österreichische Botschaft in USA:
3524 International Court NW
Washington, DC 20008
Tel. (202) 895-6709
www.austria.org

Schweizer Botschaft in USA:
2900 Cathedral Avenue NW
Washington, DC 20008
Tel. (202) 745-7900
www.swissemb.org

Deutsche, österreichische und Schweizer Konsulate gibt es in den größeren Städten der USA wie Atlanta, Boston, Chicago, Houston, Los Angeles, Miami, New York und San Francisco.

Kanada


Kanadische Botschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz:

Leipziger Platz 17
10117Berlin
Tel. (030) 20312-0
www.kanada-info.de

Laurenzerberg 2
1010 Wien
Tel. (01) 531 383000
www.kanada.at

Kirchenfeldstrasse 88
3005 Bern
Tel. (031) 357 3200
www.canada-ambassade.ch

Daneben unterhält Kanada Konsulate in Düsseldorf, Hamburg, München, Stuttgart und Genf.

Deutsche Botschaft in Kanada:
1 Waverley Street,
Ottawa, ON, K2P OT8
Tel. (613) 232-1101
www.ottawa.diplo.de

Österreichische Botschaft in Kanada:
445 Wilbrod Street
Ottawa, ON K1N 6M7
Tel. (613) 789 1444
www.austro.org

Schweizer Botschaft in Kanada:
5 Marlborough Avenue
Ottawa, ON, K1N 8E6
Tel. (613) 235-1837
www.eda.admin.ch/canada

Camping

Sowohl die USA wie Kanada eignen sich gut für einen Campingurlaub. Ein relativ dichtes Netz privater und staatlicher Campingplätze bietet hierfür eine gute Infrastruktur. Die Palette reicht von ganz einfachen Übernachtungsmöglichkeiten mit lediglich einer Toilette bis zu Luxusplätzen mit "full hook-up" (Anschlußmöglichkeiten für Wasser und Strom) und weiteren Serviceeinrichtungen. Zur Hochsaison empfiehlt sich Reservierung, teils werden die Plätze jedoch auch nach dem "First-come-first-served"-Prinzip vergeben (wie etwa in vielen Nationalparks). Eine Übernachtung auf einem Campingplatz kostet ab 10 US$ aufwärts.

Datum

Das Datum wird in Amerika in der Reihenfolge Monat /Tag / Jahr angegeben. 10/12/08 bedeutet demzufolge nicht 10. Dezember, sondern 12. Oktober 2008.

Elektrizität

Die Stromspannung in USA und Kanada beträgt 110 V. Sie können Ihre mitgebrachten Geräte deshalb nur dann anschließen, wenn diese auf 110 V umstellbar sind oder Sie einen Transformator benutzen. Zudem benötigen Sie einen Steckeradapter.

Essen und Trinken

Das Essen in USA ist besser, als es das Klischee besagt. Natürlich sind die Fast-Food-Restaurants allgegenwärtig, meist in Form von Drive-ins. Wer nur will und ein wenig sucht, kann sich jedoch sehr abwechslungsreich ernähren. Viele Immigranten (die es in USA und Kanada als klassischen Einwanderungsländern zahlreich gibt) bereichern die kulinarische Palette um die Küche ihrer Herkunftsländer. So findet der Besucher eine Vielfalt ethnischer und regionaler Küchen vor und kann die Kostbarkeiten etwa der mexikanischen, japanischen oder italienischen Küche in zahlreichen Imbißstuben und exklusiven Restaurants ausprobieren. Daneben gibt es auch "White Table Cloth Restaurants", die typisch anlgoamerikanisches Essen in luxuriöserem Ambiente servieren.

Ein Diner mit einer lang umlaufenden Theke ist der klassische Ort für das Frühstück, das mit Spiegeleiern und Speck oft sehr üppig ausfällt. Auch bei anderen Gelegenheiten werden in USA für europäische Verhältnisse überdimensionierte Portionen serviert. Übrigens heißt es am Eingang eines Restaurants meist: "Please wait to be seated". Dies bedeutet, daß man kann seinen Platz nicht frei wählen kann, sondern ihn von der Empfangsdame zugewiesen bekommt.

Die Supermärkte (Marts) in Nordamerika haben oft Fabrikhallenausmaß und bieten eine ungeheuer große Auswahl an Lebensmitteln und anderen Artikeln. Zudem sind sie oft rund um die Uhr geöffnet. In der Provinz, aber auch manchmal in den Städten kann man auf Bauernmärkten (Farmer Markets) naturnahe Lebensmittel direkt vom Erzeuger erstehen.

Feiertage

Einige Feiertage in den USA und in Kanada fallen auf einen Montag und sind nicht an ein festes Datum gebunden. An langen Wochenenden mit einem Montags Feiertag muß an den klassischen Ausflugszielen (Nationalparks etc.) mit großem Andrang gerechnet werden. Nachfolgend eine Auflistung der US-und kanadischen Feiertage:

  • 1. Januar: Neujahr (USA, Kanada)

  • 3. Montag im Januar: Martin Luther King Day (USA)

  • 22. Februar: President's Day (USA)

  • Karfreitag (USA, Kanada)

  • Ostermontag (Kanada)

  • Letzter Montag im Mai: Memorial Day (USA)

  • Montag vor dem 25. Mai: Victoria Day (Kanada)

  • 1. Juli: Canada Day (Kanada)

  • 4. Juli: Unabhängigkeitstag (USA)

  • 1. Montag im September: Labour Day (USA, Kanada)

  • 2. Montag im Oktober: Thanksgiving (Kanada)

  • 11. Oktober: Remembrance Day (Kanada; nur Banken und öffentliche Gebäude geschlossen)

  • 12. Oktober: Discovery Day (USA)

  • 11. November: Veteran's Day (USA)

  • 4. Donnerstag im November: Thanksgiving Day (USA)

  • 25. Dezember: Weihnachten (USA, Kanada)

  • 26. Dezember: Boxing Day (Kanada)

Geld und Währung

Die Währung in beiden Ländern heißt jeweils Dollar, die Untereinheit ist der Cent (100 Cent = 1 Dollar). Vorsicht bei den US Dollar-Noten: Die berühmten Greenbacks sehen vom 1- bis 100 Dollar-Schein fast identisch aus und können, wenn man nicht genau hinsieht, leicht verwechselt werden. Ansonsten gilt für USA und auch Kanada: Ohne Kreditkarte (Mastercard/Eurocard, Visa, American Express) geht fast gar nichts! Sei es bei der Autovermietung, im Hotel, beim Arzt -bestimmte Dienstleistungen erhalten Sie nur mit Kreditkarte. Selbst Kleinigkeiten wie Museumseintritte oder ein Espresso im Cafe werden oft per Kreditkarte bezahlt. Eine weitere Option sind Traveller Checks (American Express, Thomas Cook). Man muß sie nicht einmal bei einer Bank umtauschen, sondern bezahlt damit in größeren Geschäften die erworbenen Waren und erhält das Wechselgeld in bar.

In die USA dürfen höchstens 10.000 US$ in bar ohne Deklarierung eingeführt werden, für Kanada gibt es keine Beschränkungen. Einen kleineren Betrag in kleinen Scheinen sollte man bereits in Europa eintauschen. In Kanada kann man sich als Ausländer gegen Vorlage der entsprechenden Quittungen für Beträge über 100 Can$ die Mehrwertsteuer ("Goods and Service Tax") in Höhe von 7% zurückzahlen lassen (Lebensmittel ausgeschlossen). Entsprechende Formulare liegen an den Flughäfen aus.

Informationen

In den meisten Orten in USA und Kanada gibt es ein Visitor Bureau, eine Tourist Information oder eine Chamber of Commerce. Landkarten und Stadtpläne sind in Tankstellen und Supermärkten erhältlich. Ansonsten in der Rezeption des nächsten Hotels am Weg nachfragen, das Personal ist meist sehr hilfsbereit.

Kinder / Senioren / Behinderte

Kinder, Senioren und Behinderte kommen in den meisten öffentlichen Einrichtungen in den Genuß verbilligter Tickets. Viele Museen und Nationalparks bieten speziell auf Kinder und Jugendliche zugeschnittene Programme an (Kurse, Führungen etc.). USA und Kanada sind sehr behindertenfreundliche Länder. So wird sehr viel Wert darauf gelegt, daß Museen, Ämter, Sehenswürdigkeiten, ja selbst einige Naturlehrpfade in Nationalparks für Rollstuhlfahrer zugänglich sind.

Maße und Gewichte

In Kanada gilt das metrische System. Im Alltag wird bisweilen noch das Standard Imperial System benutzt. In den USA ist Letzteres hingegen das offiziell verwendet System:

1 inch = 2,54 cm
1 foot = 30,48 cm
1 yard = 3 feet = 91,44 cm
1 mile = 1,6 km
1 acre = 4046,8 m² = 0,405 ha
1 square mile = 2,59 km´
1 pint = 0,47 I
1 quart = 2 pints = 0,94 I
1 gallon = 4 quarts = 3,785 I
1 ounce = 28,35 g
1 pound = 483,6 g
1 ton = 907 kg

Post

Postämter gibt es in fast jedem Ort. Sie haben in der Regel von 9 bis 17 oder 8 Uhr geöffnet. Briefmarken können am Schalter oder am Automat gekauft werden. Postlagernde Sendungen läßt man senden an:


Name
c/o General Delivery
Main Post Office
Ort, Staat, ZIP Code
(In Nordamerika werden bei der Postanschrift das Kürzel des Bundesstaates und der ZIP Code, also die Postleitzahl, dem Ort nachgestellt.)

Reisezeit und Klima

Die beste Reisezeit für Kanada ist, bedingt durch seine nördliche Lage, der Sommer. Bereits ab Spätherbst kann es hier empfindlich kalt werden. Dies gilt erst recht, wenn Sie in den Norden Kanadas reisen. Für die USA läßt sich keine generelle Aussage treffen, da hier die unterschiedlichsten Klimazonen anzutreffen sind - vom subpolaren Alaska bis zum subtropischen Florida. Geht es in wärmere Gefilde (Kalifornien, Arizona), empfiehlt sich eher Frühjahr oder Herbst. Im Sommer ist es dort oft unerträglich heiß. Ist das Reiseziel eine gebirgige oder nördliche Region (Alaska, Rocky Mountains), sollte man sich für Sommer entscheiden.

Reservationen (Indianer, Inuit)

Viele Native Americans, wie die Indianer in USA genannt werden, leben in eigens für sie geschaffenen Reservationen. Oft sind die Lebensverhältnisse dort sehr schlecht, Alkoholismus ist allgegenwärtig. Deshalb gilt auch für Touristen: Alkohol ist auf Indianerreservationen tabu. Verbessert hat sich die wirtschaftliche Lage auf manchen Reservationen durch die Erlaubnis, dort exklusiv Spielkasinos zu betreiben (die ansonsten in vielen Bundesstaaten verboten sind). Auch ist es einigen Indianergruppen gelungen, auf ihren Reservationen Errungenschaften ihrer Kultur touristisch erfolgreich zu vermarkten (etwa das architektonische Erbe der Pueblo-Indianer im Südwesten der USA). Bitte achten Sie als Besucher darauf, daß Ihr Verhalten auf den Reservationen stets von Rücksicht und Respekt gegenüber der indianischen Bevölkerung und ihrer Kultur geprägt ist.

Die Gemeinden der kanadischen Indianer (First Nations) haben mehr Selbstbestimmungsrechte, und die Inuit (Eskimo) verfügen seit 1999 über ein riesiges Territorium (Nunavut) im Nordosten des Landes, das mit knapp 2 Mio. km² etwa ein Fünftel Kanadas umfaßt.

Shopping

Die USA (und in eingeschränkter Form auch Kanada) sind ein wahres Shopping-Paradies In riesigen Einkaufspassagen, gigantischen Shopping Malls und Spezialkaufhäusern (etwa für Bücher oder Outdoor-Equipment) kann rund um die Uhr alles erstanden werden, was das Herz begehrt. Die Shopping Malls in den Vorstädten sind eine um einen riesigen Parkplatz angeordnete Ansammlung von oft mehr als einem Dutzend Supermärkten, Drugstores, Kaufhäusern und dazugehörigen Serviceeinrichtungen. In den Städten gibt es auch Märkte für Kunstgewerbe und gebrauchte Waren aller Art.

Sicherheit

Obwohl die USA eine der höchsten Kriminalitätsraten (vor allem Schwerkriminalität wie Raub und Mord) der Welt haben, sind sie ein relativ sicheres Reiseland, sofern man die üblichen Vorsichtsmaßnahmen einhält. Dies gilt vor allem für einige größere Städte, wo man nicht spätnachts durch abgelegene Viertel spazieren sollte. Fast völlig unproblematisch ist die Sicherheitslage in Kanada.

Die USA sind als Weltmacht Nr. 1 ein vorrangiges Ziel terroristischer Anschläge. Die US-Regierung veröffentlicht immer wieder zahlreiche Hinweise zur Sicherheitslage und ordnet gegebenenfalls erhöhte Sicherheitsstufen ("Code Orange") an. Dann werden insbesondere im Luftverkehr, in Massenverkehrsmitteln (U-Bahn) und an Orten mit starker symbolischer Bedeutung (wie z.B. der Finanzdistrikt in New York) die Sicherheitskontrollen verschärft. Kalkulieren Sie deshalb genügend Zeit ein, um diese Kontrollen rechtzeitig passieren zu können. Über den jeweils aktuellen Stand geben das Auswärtige Amt (www.auswaertiges-amt.de/www/ de/laenderinfos/) und das Heimatschutzministerium Department of Homeland Security (www.dhs.gov) Auskunft.

In den südlichen Bundesstaaten der USA ist von August bis November Hurrikan-Saison. Reisende sollten in dieser Zeit die regionalen Wettervorhersagen verfolgen und die Hinweise der lokalen Behörden beachten. Aktuelle Hurrikan-Informationen sind im Internet u.a. unter www.nhc.noaa.gov und www.weather.com abrufbar.

Telefon / Internet

Sofern Sie nicht über ein Triple-Band-Mobiltelefon verfügen, mit dem Sie auch in Nordamerika telefonieren können, lohnt sich die Anschaffung einer Prepaid-Telefonkarte. Ansonsten benötigt man für Ferngespräche an öffentlichen Fernsprechern möglichst viele 25 Cent-Münzen. In beiden Ländern gibt es vor allem in den Städten ein dichtes Netz öffentlicher Telefone. 1-800-Nummern sind kostenlos. Ruft man eine Nummer außerhalb des eigenen Vorwahlbereichs an, muß man vor dem "Area Code" die Taste 1 wählen. Über die Taste 0 wird man mit dem Operator verbunden, der einen weitervermittelt oder bei der Suche nach Telefonnummern behilflich ist.

Amerikanische Telefonnummern werden zur Gedächtnishilfe oft als so genannte Vanity Codes dargestellt, d.h. als Buchstabenkombinationen, die ein Wort ergeben. Dabei sind jeder Ziffer drei oder vier Buchstaben zugeordnet (was auf den Tasten angegeben ist). So würde beispielsweise die Buchstabenkombination AAA-HELP die Nummer 222-4357 bedeuten. Für ein Auslandsgespräch muß 011 plus Landesvorwahl gewählt werden, im Falle von Deutschland also 01149 (die folgende Ortsvorwahl dann ohne ,,0")

Die Vorwahl von USA und Kanada lautet jeweils *1 (also 001 von Deutschland aus).

Internetcafes findet man zahlreich in den großen Städten (auch wenn die Zahl aufgrund der immer größeren Verbreitung von Home-PCs zurückgeht). Alle besseren Hotels und selbst einige einfachere Unterkünfte haben Internet-Anschluß.

Temperaturen

Temperaturen werden in USA in Grad Fahrenheit (°F) gemessen. Die Formeln für die Umrechnung von Celsius in Fahrenheit und umgekehrt lauten:
°C = (°F -32)/1 ,8
°F = (°C x 1,8) + 32

Beispiele:
-32 °F = 0 ° C
-100 °F = 37 °C
-212 °F = 100 °C

Trinkgeld

In beiden Ländern sind für Restaurant und Taxi etwa 15 % Trinkgeld (vom Rechnungsbetrag ohne Steuer) üblich. Kofferträger und Zimmermädchen erhalten in der Regel 1 bis 2 US$ bzw. Can$ pro Gepäckstück bzw. Tag.

Unterkunft

Hotels und Motels in allen Kategorien gibt es in Nordamerika an den meisten Orten in ausreichender Zahl. Für die Ferienzeit im Sommer, für lange Wochenenden sowie für Metropolen wie New York ist Reservierung empfehlenswert (was oft auch billiger kommt). Die meisten Hotels gehören zu Ketten, bei denen Sie über kostenfreie 800-Nummern ein Zimmer reservieren lassen können. Die Preisskala beginnt bei ca. 50 US$ für ein Doppelzimmer in einem Motel oder Inn. Die Zimmer sind meist stereotyp, dafür aber sauber und komfortabel, der Service zuverlässig. Auf dem Land können Sie meist kostenlos vor der Unterkunft parken, in größeren Städten fallen dafür in der Regel Gebühren an.

Die günstigste Übernachtungsmöglichkeit sind Jugendherbergen (Hostels). Hier können auch Erwachsene übernachten, sofern sie im Besitz eines Internationalen Jugendherbergsausweises sind. Weitere Informationen hierzu unter www.hostels.com bzw. unter der zentralen Reservierungsnummer 1-800 909-4776. Ein Hostel Handbook ist beim Deutschen Jugendherbergswerk erhältlich.

Ebenfalls preiswert sind Motels. Dies sind direkt an Ausfall- bzw. Überlandstraßen gelegene Hotels mit einfacher Ausstattung und ohne Frühstück. Sie sind leicht erreichbar, und meist ist auch noch ein Zimmer frei. Exquisiter sind Bed & Breakfast-Unterkünfte bzw. historische Inns. Hier residiert man in individuellen Häusern, hält sich mit anderen Gästen in gemeinsam benutzten Räumen mit ausgesuchtem Interieur (Salon, Bibliothek) auf und bekommt in familiärer Atmosphäre vom Gastgeber ein üppiges Frühstück serviert. In ländlichen Gegenden bieten so genannte Dude Ranches die Möglichkeit zu einer Art Ferien auf dem Bauernhof in Cowboy-Ambiente. Eine willkommene Abwechslung zu den monotonen Standardhotels sind auch Lodges, die es vor allem im Gebirge oder in den Nationalparks gibt. Dies sind einfache Ferienhäuser, oft im Blockhüttenstil, bei denen Naturnähe mehr zählt als Komfort.

Verkehrsmittel

Flugzeug Aufgrund der riesigen Ausdehnung von USA und Kanada ist das Flugzeug auch im Inlandsverkehr oft das einzig angemessene Fortbewegungsmittel. Die Buchung entsprechender Flüge bereits vor Antritt Ihrer Reise (zusammen mit der Ihres Transatlantikflugs) erspart Ihnen Zeit und Kosten. Sie können vor Reiseantritt in Europa auch einen Air Pass mit Coupons für Flüge in USA und Kanada erwerben. Dieser gilt unabhängig davon, mit welcher Fluggesellschaft Sie über den Atlantik fliegen.

Auto (Pkw, Wohnmobil) Die USA sind das Autoland schlechthin. Das Auto ist nicht nur notwendiges Mittel, um besonders auf dem Land von A nach B zu kommen, sondern es vermittelt einem auch das typisch amerikanische Lebensgefühl, wenn man durch die unendlichen Weiten des Landes "cruised" und dabei die großartige Landschaft genießt. Entsprechendes gilt auch für Kanada. Deshalb lernt man beide Länder am besten mit dem Auto, also mit dem Mietwagen, kennen.

Der Mietwagen sollte möglichst schon bei Erwerb des Flugtickets gebucht werden. Es ist nicht nur erheblich preisgünstiger, sondern erspart auch die Auseinandersetzung mit komplizierten fremdsprachlichen rechtlichen Begriffen, wenn Sie den Wagen erst vor Ort mieten. Auf alle Fälle sollte eine Vollkaskoversicherung (Collision Damage Weaver) enthalten sein.

Man kann auch vereinbaren, den Wagen gegen Aufpreis in einer anderen Stadt abzugeben (Einwegmiete). Ein internationaler Führerschein ist nicht vorgeschrieben, oft jedoch nützlich. Mietwagen sind in Amerika in der Regel mit Automatikgetriebe und Klimaanlage ausgestattet. Amerikanische Autotypen sind größer als die europäischen und haben einen etwas höheren Benzinverbrauch. Dies wird jedoch finanziell mehr als ausgeglichen durch den niedrigeren Benzinpreis. Benzin kostet in den USA und in Kanada weniger als halb so viel wie in Deutschland.

Die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit beträgt in den USA in der Regel 65 mph (105 km/h) auf den Interstates (mehrspurigen Autobahnen, im Stadtgebiet auch Freeway oder Expressway genannt), 55 mph (90 km/h) auf den US-und State Highways (zweispurigen Schnell- und Landstraßen) und 20-35 mph (30-50 km/h) in geschlossenen Ortschaften. In Kanada gelten fast identische Werte (in km/h). Die Tempolimits werden streng überwacht. Falls man erwischt und von der Polizei angehalten wird, rechts ranfahren, Motor ausschalten, Fenster runterkurbeln, die Hände auf das Lenkrad legen und dem "Cop" höflich antworten.

Interstates und US-Highways mit ungeraden Nummern verlaufen von Nord nach Süd, solche mit geraden Nummern von West nach Ost. Auf den Interstates herrscht kein Rechtsfahrgebot, man kann also auch rechts überholen. Highways in Ballungsgebieten verfügen bisweilen über eine als "Car Pool Lane" bezeichnete Spur - hier dürfen nur Autos fahren, in denen mindestens zwei Personen sitzen. In beiden Ländern gilt: Bei roter Ampel darf rechts abgebogen werden, und an einer Kreuzung hat Priorität, wer als erster angekommen ist. Insgesamt ist das Autofahren in beiden Ländern aufgrund des Tempolimits und der meist rücksichtsvollen Fahrweise relativ entspannend. Im Norden Kanadas sind viele Straßen nicht asphaltiert ("gravel roads"), entsprechend längere Fahrzeiten müssen dann eingeplant werden.

Die Reise im Wohnmobil, das in Nordamerika "Recreational Vehicle" (RV) heißt, ist in einem weiten Land wie den USA oder Kanada eine hervorragende Option. Das Angebot ist breit gefächert und reicht von VW-Bus-Größe bis zur Dimension eines kleineren Reisebusses. Bei der Übernahme sollte man sich von der Funktionsfähigkeit aller technischen Einrichtungen (Wasser, Kühlschrank, Heizung etc.) überzeugen und eventuelle Mängel schriftlich festhalten. Bei der Routenplanung ist zu bedenken, daß bestimmte Strecken (unbefestigte Straßen, steile Pässe, Tunnels etc.) mit Wohnmobilen nicht befahren werden können (vorher mit dem Vermieter klären). Bei Pannen helfen die beiden größten nationalen Automobilclubs: AAA (American Automobile Association, zentrale Notrufnummer für USA und Kanada: 1-800 AAA-HELP) und CAA (Canadian Automobile Association). Straßenkarten erhält man in Tankstellen, Supermärkten und lokalen Büros von AAA und CAA

Bus Die überregionalen Buslinien verbinden vor allem die großen Städte. Der Bus kann deshalb eine Alternative sein, wenn man die Metropolen besuchen will. Abgelegenere Regionen oder auch Nationalparks sind mit dem Bus nur schwer oder gar nicht zu erreichen. Busfahren bietet allerdings den Vorteil. daß man unter die Leute kommt und rasch Anschluß findet. Greyhound, die legendäre Buslinie, fährt in USA und Kanada insgesamt über 3000 Destinationen an und bietet in Deutschland buch bare günstige Netzkarten an. Diese für eine bestimmte Zahl von Tagen (4, 7, 10, 15,21,30,45,60) gültigen "Ameripasses", "Canada Passes" und "Canam Pass" gelten für einzelne Regionen, das ganze Land oder USA und Kanada zusammen. Daneben gibt es weitere regionale und überregionale Anbieter (in Kanada etwa Voyageur).

Eisenbahn Eine weitere Alternative, wenn man vorwiegend von Stadt zu Stadt reist, ist die Eisenbahn. Amtrak, das größte und bekannteste Unternehmen in den USA, betreibt ein landesweites Netz. Mit Expreßzügen wie dem "Coast Starlight" von Seattle nach Los Angeles, dem "Empire Builder" von Portland (Oregon) nach Chicago oder dem "Crescent" von New York nach New Orleans kann man Tausende von Kilometern bewältigen, ohne auch nur einmal umsteigen zu müssen. Daneben gibt es auch preiswerte Rail Passes, d.h. für bestimmte Bundesstaaten oder Regionen gültige Netzkarten (15 oder 30 Tage), die ebenso wie Einzelfahrkarten auch in Deutschland erworben werden können. Ähnliches gilt für VIA, die wichtigste kanadische Eisenbahnlinie. Ihr Streckennetz reicht von Vancouver im Westen bis Halifax ganz im Osten. Seide Gesellschaften bieten auch eine Netzkarte an, die für beide Länder gültig ist. Rechtzeitige Reservierung möglichst in Deutschland ist empfehlenswert.

Lokale Autofähren gibt es von allem an den nördlichen Küstenabschnitten der USA und Kanadas (Seattle, Vancouver, Neufundland) sowie am St.-Lorenz-Strom. Bei den kürzeren Fährrouten ist oft keine Reservierung möglich, und es gilt das "First-come-first-served" Prinzip. Bei starkem Ausflugsverkehr kann das etwa am Sonntagabend bedeuten, daß man stundenlang für die Fähre anstehen muß (etwa von Vancouver Island nach Vancouver). Reservieren sollte man im Juli und August die Fähren über den St.-Lorenz-Strom in Kanada. Ein absolutes Muß ist rechtzeitige Reservierung (mindestens drei bis vier Monate vorher) für die Routen der Inline Passage und des Alaska Highway von Bellingham bzw. Vancouver Island nach Prince Rupert bzw. Alaska.

Zahlen

Bei der Schreibung von mehrsteIligen bzw. Zahlen mit Stellen hinter dem Komma gilt in Nordamerika folgende Konvention: Kommas trennen Tausender-, Millionen-, Milliarden-Stellen, Punkte kennzeichnen den Übergang von der Einer- zur Dezimalstelle. Beispiel: 1.205.031,68 wird in Nordamerika geschrieben: 1,205,031.68

Zeit

Nordamerika erstreckt sich über fünf Zeitzonen. Von Osten nach Westen sind dies:

  • Eastern Standard Time (EST): Mitteleuropäische Zeit (MEZ) -6 Stunden

  • Central Standard Time (CST) MEZ -7 Stunden

  • Mountain Standard Time (MST): MEZ -8 Stunden

  • Pacific Standard Time (PST): MEZ -9 Stunden

  • Alaska Standard Time (AST): MEZ -10 Stunden

In einigen Bundesstaaten wird die Uhr im Sommer eine Stunde auf Sommerzeit (Daylight Saving Time = DST) vorgestellt. Damit entspricht die Differenz zu Europa wieder den oben angegebenen Werten.

Des Weiteren ist zu beachten, daß die Zeitangabe in USA und Kanada nicht im 24-Stunden-System erfolgt, sondern zweimal 12 Stunden gezählt werden. Zeitangaben zwischen Mittag und Mitternacht werden mit einem p.m. (post meridiem) versehen (also 2 p.m. statt 14 Uhr), solche zwischen Mitternacht und Mittag mit einem a.m. (ante meridiem).

Zeitungen

Die renommiertesten Tageszeitungen der USA sind "New York Times", "Washington Post" und "Los Angeles Times", in Kanada "Globe and Mail" sowie "La Presse" (Québec). Landesweit verbreitet sind auch "USA Today" und "National Post" (Kanada). Die Berichterstattung über Europa nimmt in allen Zeitungen nur geringen Raum ein.