Geschichte von Smilde (Provinz Drenthe)
Veenkolonie an der der Drentsche Hoofdvaart in der Mitte von drei anderen Smildes: Bovensmilde (Nordosten), Hijkersmilde und Hoogersmilde (beide südwestlich), zusammen 17 km lang.
Mehrere archäologische Ausgrabungen, darunter Reste von Moorwegen deuten darauf hin, daß in unmittelbarer Nähe von Smilde in der Jungsteinzeit Menschen lebten.
Auf einer Karte von 1634 sind dargestellt: Smilderveenen und Hooge Smilde; 1795 Hogersmilde; 1858 De Smilde. 1851-1923 auch Kloosterveen; Smilde ist ein Sammelbegriff für die vier Veenkolonien zusammen. Die Bedeutung des Namens ist unklar. Mögliche Erklärungen sind Ableitungen von: a) schmal, b) smeltitha = Feuchtgebiet, c) schmelzen, d) smelha, smele = harter, langer Stiel (Moorgras) und e) smelting, smilting und smeldiza = Bernstein.
In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die Moornutzung bereits im großen Umfang in den Smildervenen betrieben. Von 1613-14 wurde der Torfabbau von einer Gruppe von Amsterdamern betrieben, die sich zu einer Gesellschaft in Diever und Leggeloo zusammengeschlossen hatten. Der Torf wurde über die Aa (Old Vaart, Beilerstroom) durch Meppel und die Schleuse bei Zwartsluis nach Holland gebracht. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde die Tätigkeit der Firma eingestellt.
Die Smildingervaart, eine Kombination aus Beilerstroom und durch die Compagnie von hier aus zur Höhe von Dwingeloo zum Nordosten gegrabene Heerengrift, war durch Vernachlässigung nach 1730 so mangelhaft, daß eine weitere Nutzung stagnierte. Nach der Schaffung (eines Teils) der Drentschen Hoofdvaart 1770-1780 bekam die Moornutzung einen neuen Impuls. Der Torf war vom Zoll befreit. 1772 kaufte auch die Annerveensche Heeren Compagnie Moore im Smilder-, Kloster- und Halervenen an
.
Eine der Folgen der Nutzung war eine rasche Zunahme der Smilder Bevölkerung von 270 im Jahr 1742 auf 1321 im Jahr 1795. 1780-88 entstand in Hijkersmilde eine reformierte Kirche. 1805 wurde in Smilde als einer der ersten Orte in Drenthe eine Gemeindeverwaltung eingerichtet, zusätzlich zu denen in den größeren Städten Assen, Coevorden, Meppel und Hoogeveen.
Die "Abspaltung" (ndl.: Afscheiding. Trennung von der Nederlandse Hervormde Kerk als Reaktion auf Modernisierungsbestrebungen in dieser Kirche) von 1834, geführt durch Hendrik de Cock aus Ulrum, war in Smilde sehr erfolgreich, teilweise wegen des Torfgräbers Luitsen Dijkstra (1798-1871). Assen und Smidle werden bereits 1834 die ersten "abgespaltenen" Gemeinden in Drenthe. 1835 zog De Cock nach Bovensmilde. Eine Reihe Smildener emigrierte mit A. C. van Raalte nach Michigan (USA). Hendrik Joffers, Prediger in Den Haag seit 1849, hat als Landwirt in Smilde religiösen Versammlungen als einer der Studenten von Frederick Cook geführt und war der wichtigste Sprecher der so genannten Drentse Richtung.
1850 zählte Smilde 144 Juden. 1846 erhielten sie eine Synagoge. Im Jahr 1870 gehörte Smilde zu den neun offiziellen jüdischen Gemeinden in Drenthe. Neben Reformierten, Separierten und Juden gab es in Smilde auch 60 römisch-katholische Gläubige. Ihre Pfarrei gehörte zu Assen.
1850 wurde Smilde nach Hoogeveen und Meppel der drittgößte Ort im Hinblick auf die Bevölkerung. Die Stadt hatte auf einer Fläche von 64 qkm 4593 Einwohner. Nach 1900 entwickelte es sich zu einem landwirtschaftlichen Dorf mit moorkolonialem Ackerbau.
Literatur
(Quelle: Übersetzung in Anlehnung an http://www.encyclopediedrenthe.nl/Smilde und http://nl.wikipedia.org/wiki/Smilde )
H. Gras, Langs de vaart; geschiedenis van Smilde (Smilde 1997);
J.B. Ludwig, Het geschenk bij het 200-jarig bestaan van de kerk van Smilde (Assen 1987);
A. Zeijlmaker, De Smildervaart (Coevorden 1984);
Joh. Drenthen, Smilde: 350 jaar geschiedenis, historisch geschetst, 1633-1983 (Groningen 1983)