Eine Reise nach Koh Samui in Thailand, Dezember 1999 - Januar 2000

Ursprünglich hatten wir geplant, unsere Millenniumsfeier in den USA zu verbringen, die wahnwitzigen Preise hielten uns dann allerdings von einer Reise dorthin ab, und wir entschieden uns statt dessen für einen Urlaub in Thailand, genauer gesagt, auf der im Süden im Golf von Thailand gelegenen Insel (=Koh) Samui.

Vom unserem Heimatflughafen ging es nach Frankfurt und von dort weiter nach Copenhagen. In der Boeing 747 der Thai Airways brauchten wir dann noch ca. 11 Stunden bis zum chaotischen Bangkok Airport. Dort mußten wir dann auch noch vom internationalen zum nationalen "domestic" Terminal wechseln - eine ungeheure Prozedur! Bangkok begrüßte uns mit unglaublich kühlen 16°, viele Thailänder hatten sich angesichts dieser für sie völlig ungewohnten Temperaturen in dicke Schals gehüllt! Endlich ging es dann mit der relativ kleinen Maschine von Bangkok Airways weiter nach Koh Samui, wo wir nach weiteren 1,5 Stunden auf einem abenteuerlichen "Buschflughafen" landeten. Unser gebuchtes Taxi wartete schon und brachte uns zum Hotel Poppies am Chaweng beach. Alles in allem waren wir gut 24 Stunden unterwegs gewesen!

Auf der Fahrt zum Hotel bekamen wir einen ersten Eindruck von der Insel: eine ländlich geprägte Gegend mit vielen kleinen Hütten und Häusern entlang der Hauptstraße. Der Ort Chaweng selbst mutete chaotisch an: eine Hauptstraße mit zahlreichen typisch thailändischen offenen Geschäften, wild gespannte Stromkabel, unglaublicher Verkehr, vor allem kleine Motorräder. Zudem hatte es gerade geregnet und die Straßen standen hoch unter Wasser.

An der kleinen Hotelrezeption des "Poppies" wurden wir vom Hoteldirektor persönlich überaus freundlichen empfangen und zu unserem eigenen Bungalow geleitet, in dem wir die nächsten 14 Tage verbringen sollten. Die Spezialität des Poppies ist der Verzicht auf einen großen Hotelkomplex im herkömmlichen Stil. Jeder Gast bewohnt einen eigenen, im traditionellen Thaistil äußerst geschmackvoll errichteten Bungalow. Alle Bungalows befinden sich in einer tropischen üppigen Gartenanlage, die von kleinen Bächen durchflossen wird. Zum Hotel gehört nur noch die Lobby, ein offenes Restaurant und Spa sowie ein Pool. Das Restaurant des Hotels war ausgezeichnet, die Speisekarte beinhaltete eine "westliche" und eine thailändische Sektion, deren ausgezeichnete Gerichte wir im Laufe des Urlaubs ausgiebig kosteten. Unser Fazit: nicht alle thailändischen Gerichte sind scharf! Trotzdem ist vieles für den europäischen Gaumen gewöhnungsbedürftig.

Alles in allem vermittelt die Anlage den Eindruck einer sehr gepflegten, familiären Exklusivität, in der jeder der wenigen Gäste völlig ungestört sein kann. Nicht zum Hotel gehörte der breite, weiße und feinsandige Strand - alle Strände in Thailand sind Gemeineigentum. Unmittelbar vor dem Hotelareal befanden sich aber einige Liegestühle und Sonnenschirme, so daß man sich dort auch ungestört hinlegen konnte.

Wie schon in Bangkok, war auch das Wetter auf Koh Samui mit ca. 22° für die Jahreszeit viel zu kühl. Wir benutzten die kühle Witterung für ausgiebige Strandgänge am unglaublich langen und schönen Chaweng beach. Der Strand wurde von vielen kleinen, max. einstöckigen Hotels und Restaurants gesäumt, die ihre Tische und Stühle oft direkt am Strand aufgebaut hatten. Zu unserem Erstaunen waren - trotz Hauptreisezeit nur relativ wenige Leute zu sehen. Später sollten wir erfahren, daß viele schon um die Jahresmitte 1999 herum gebucht, aus Angst vor technischen oder anderen Problemen am Millennium ihre Reise wieder storniert hatten. Man sagt uns, noch nie sei es zu Weihnachten so leer auf Samui gewesen!

Chaweng stellte sich uns als typischer thailändischer Fremdenverkehrsort dar: viele Straßen und Sträßchen waren gesäumt von unzähligen Souvenirläden, Restaurants, offenen Bars etc. Z.Zt. unseres Aufenthaltes wurden gerade auch entlang der Hauptstraße Bürgersteige gebaut, häufig genug 30 cm hoch, mit halsbrecherischen An- und Absätzen. Die Höhe war auch nötig, weil die Straßen nach den dann und wann auftretenden wolkenbruchartigen Regenfällen völlig geflutet wurde. Interessant war auch der Besuch des tagsüber stattfindenden Marktes oder des typisch thailändischen Nachtmarktes.

Mangels abendlichem Entertainmentangebot in unserem Hotel gingen wir oft zum nahegelegenen, sehr großzügigen und schönen Central Hotel, in zentraler Lage am Chaweng beach befindlich. Abends spielte in der offenen Lobby regelmäßig eine gute philippinische Band auf, zu deren Musik man gut tanzen konnte. Im mittleren und nördlichen Bereich von Chaweng gab es auch die für Thailand leider unvermeidlichen offenen Bars mit den obligatorischen Prostituierten. Wegen der wenigen Touristen litten diese z.Zt. unseres Aufenthaltes allerdings unter akutem Kundenmangel, welches ich selbstverständlich als sehr angenehm empfand.

Tagsüber war body boarding angesagt. Glücklicherweise hatte ich mein eigenes board von Zuhause mitgebracht, denn einen Verleih gab es nicht. Aufgrund der ungewöhnlichen Witterung gab es ziemlich hohe Wellen direkt vor dem Hotel, die sich phantastisch zum body boarden eigneten. Aufgrund des Sandstrandes war dieses auch völlig ungefährlich.

An einem Tag mieteten wir uns ein Taxi - selbst fahren ist bei dem Linksverkehr in Thailand und dem chaotischen Fahrstil der Einheimischen nicht unbedingt empfehlenswert - und fuhren Richtung Norden nach Choeng Mon. Die Straße war in einem katastrophalen Zustand, ausgefahren und ausgewaschen führte sie durch dichten tropischen Wald. Links und rechts des Weges sahen wir die typischen thailändischen Häuser in offener Bauweise. Sehr oft befand sich auch vor dem Haus das obligatorische Geisterhäuschen. Nach langer Kurverei erreichten wir endlich wieder die asphaltierte Hauptstraße, besichtigten die enorm große Statue des "Big Buddah" und entschlossen uns dann, in der entgegengesetzten Richtung nach Süden zum ebenfalls bekannten Urlaubsort Lamai zu fahren.

Lamai erinnerte in seiner Struktur mit Hauptstraße, unzähligen Geschäften, Restaurants und Hotels an Chaweng, war allerdings wohl etwas weniger gut. Als wir bei unserem Spaziergang von dem in den Tropen schnell erfolgenden Sonnenuntergang überrascht wurden wunderten wir uns: wie auf Bestellung tauchten auf einmal viele Leute auf der Straße auf, sowohl Touristen als auch Einheimische. Frauen boten mit ihren dreirädrigen Verkaufswagen lecker duftende thailändische Speisen an, viele Geschäfte öffneten erst jetzt. Zurück ging es mit einem abenteuerlichen offenen Pickup die bergige Straße hinauf und hinab zurück nach Chaweng.

Von diesem Ausflug angeregt unternahmen wir in den nächsten Tagen einen weiteren Ausflug mit Fahrer um den südlichen Teil der Insel. Erster Stop war Hin Ta & Hin Yai (Großvater und Großmutter), eine Steinformation in der Form männlicher und weiblicher Geschlechtsteile. Die Attraktion war gesäumt durch die unvermeidlichen Andenkenstände rechts und links des Weges. Ein Stück weiter verließen wir die Hauptstraße und bogen auf eine Nebenstraße ab, die durch Palmenplantagen führte, auf denen dressierte Affen die Kokosnüsse ernten. Rechts und links säumten typische thailändische Häuser die Straße, dann und wann sah man auch einen angepflockten Wasserbüffel, der auch heute noch zur Bestellung der Äcker benutzt wird.

Unser Weg führte uns weiter zum Samui Aquarium, in dem man einen ganz guten Eindruck von der Unterwasserflora und Fauna rund um die Insel bekommt. Zurück an der Hauptstraße stoppten wir am Wat (=Tempel) Khunaram, dessen Hauptattraktion ein mumifizierter Mönch ist. Nur wenig später fuhr unser Fahrer rechts von der Hauptstraße ab in Richtung der berühmten Wasserfälle. Am Parkplatz wurden wir sofort eingeladen, zu den Wasserfällen mit einem Elefanten zu reiten, was wir dankend ablehnten. Der Weg zum Namuang Wasserfall war in der Tat bei der enorm schwülen Hitze in den Bergen beschwerlich und glitschig. Trotzdem wurden wir mit einem schönen Anblick entlohnt! Leider reichte die Zeit nur noch zu einem Stop beim an der Ostküste hoch über dem Meer gelegenen Royal Meridien Hotel, wo wir uns eine Erfrischung gönnten. Unser ziemlich unfreundlicher Fahrer hatte uns zwar versprochen, uns um die ganze Insel zu fahren, wollte davon jetzt aber auf einmal nichts mehr wissen. Also ging es zurück zum Hotel nach Chaweng.




Die Krönung unseres Aufenthaltes war die Millenniumsfeier am 31.12. Nach einem ausgezeichneten europäischen und thailändischem Büfett mit Tanzdarbietung am Pool feierten wir bei Musik im Fackelscheim im Strand - und im Wasser! - weiter. Typisch thailändisch ist das Steigenlassen von Lampions über dem Meer, die durch offene Flammen unter der Lampionöffnung hochsteigen - ein unvergleichlicher Anblick!

Fazit der Reise: Koh Samui ist vor allem für Freunde des Wassersportes eine Reise wert. Man kann hervorragend logieren, wobei wir immer wieder in das familiäre, hervorragende Poppies gehen würden. Nachtleben gibt es für alle Geschmäcker und auf der Insel finden sich eine Reihe von Sehenswürdigkeiten. Empfehlenswert ist wegen des Klimas die Anreise im Winter, der allerdings auch Hauptreisezeit ist. Bedauerlich ist die weite Anreise, die einen Flugzeugwechsel in Bangkok notwendig macht.