Eine Kurzreise nach Gemünden, Veitshöchheim und Würzburg im April 2011

Im Zuge meiner Familienforschung reiste ich Ende April nach Würzburg. Ziel war der Besuch des dortigen Diözesanarchives. Klären wollte ich die Herkunft meines Urgroßvaters mütterlicherseits. Dieser war gebürtiger Niederländer und im Jahre 1900 nach Münster, Deutschland, ausgewandert. Augenscheinlich hatte sich niemand in der Familie an dem für die Niederlande untypischen Nachnamen Ketzener gestört und man hielt die Familie für "ur-niederländisch". Durch Recherchen im Internet hatte ich allerdings herausgefunden, daß die Ketzener angeblich ursprünglich aus der Region Franken stammen sollten. Der als Geburtsort des ersten Ketzener genannte Ort "Katsmunt aan de Main, Duitsland" war aber nirgends zu lokalisieren. Selbst im Staatsarchiv Würzburg konnte man ihn nicht in einer Liste der untergegangenen Orte finden. Was also tun? Stutzig machte mich die Tatsache, daß das erste Kind von Johan George Ketzener in "Germunde aan de Main" geboren sein sollte. Das war vielleicht eine Spur. Wie mir bestätigt wurde, handelte es sich bei Germunde um das heute Gemünden am Main - und alle Kirchenbücher lagen verfilmt im Diözesanarchiv in Würzburg. Meine Vermutung sollte sich als Volltreffer erweisen. Mein Vorfahr war in der Tat zwischen 1806 und 1808 aus Gemünden in die Niederlande ausgewandert. Z.Zt. arbeite ich noch an der Auswertung meiner Rechercheergebnisse, die dann hier auch veröffentlicht werden.

Meine Reise stand unter einem guten Stern. Der April des Jahres 2011 war einer der schönsten und wärmsten seit Jahren. Mit dem Auto ging es via Frankfurt schnell nach Süden. Bei Aschaffenburg verließ ich die Autobahn, um nach Gemünden abzubiegen. Das kleine Städtchen wurde bereits 1243 urkundlich erwähnt und ist in der Größe mehr als überschaubar. Erhalten nach Kriegszerstörungen sind noch drei Anlagen der Stadtbefestigung. Hoch über dem Ort liegt an prominenter Stelle die Ruine der Scherenburg, jenseits der Fränkischen Saale das barocke Huttenschloß. Meine Vorfahren wurden in der katholischen Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul getauft.

Entlang des Mains ging es weiter nach Süden. Nächstes Ziel vor Würzburg war Veitshöchheim - bekannt für das fürstbischöfliche Sommerschloß und den wunderschönen Rokokogarten. Bereits im Jahre 1988 hatte ich - noch als Studentin - die grandiose Anlage besichtigt.

Von Veitshöchheim sind es nur noch 10 km bis nach Würzburg, welches sich bei ebenfalls phantastischem Wetter präsentierte. Da mein Hotel zentral gelegen war, konnte ich die Altstadt fußläufig bequem erlaufen. Das Rathaus, der Dom und zahlreiche andere Sehenswürdigkeiten schaute ich mir an. Romantisch war abends immer die Stimmung auf der alten Mainbrücke, auf der "tout Würzburg" einen Schoppen Wein trank. Immer wieder einen Besuch wert ist selbstverständlich auch die Residenz samt Hofgarten. Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen und mich in gleicher Position fotografieren zu lassen wie vor 23 Jahren - as time goes bye! Nicht fehlen durfte auch ein Besuch der auf der linken Mainseite gelegenen Festung Marienberg. Damals waren wir zu Fuß den Berg hochgekraxelt, ich machte es mir diesmal einfacher und fuhr mit dem Auto.

Viel zu schnell neigte sich die Zeit meines Aufenthaltes dem Ende entgegen.

Gemünden: Altstadt mit Pfarrkirche St. Peter und Paul
Gemünden: Ruine Burg Scherenburg (13. Jht.)
Gemünden: Huttenschloß (1711)
Veitshöchheim: Schloß und Rokokogarten (1680-1682)
Würzburg: Neumünster
Würzburg: Blick von der Alten Mainbrücke auf Rathaus und Dom
Würzburg: Blick von der Alten Mainbrücke auf die Festung Marienberg

Würzburg: Auf dem Brunnen vor der Residenz 2011 und 1988




Literaturempfehlungen:


- Kerestely, Erika: Würzburg. Würzbrug 2011