Eine Kurzreise nach Nürnberg im November 2013

Ende November war ich für 3 Tage in Nürnberg. Ich nutzte die Zeit für eine ausführliche Besichtigung der Altstadt und des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes.

Die Geschichte der Stadt Nürnberg setzt mit der ersten urkundlichen Erwähnung 1050 ein. Nürnberg stieg im Mittelalter unter den Staufern und Luxemburgern zu einer der wichtigen Reichsstädte im Heiligen Römischen Reich auf. Dank des blühenden Fernhandels und Handwerks wurde Nürnberg im 15. und 16. Jahrhundert eines der bedeutendsten kulturellen Zentren der Renaissance nördlich der Alpen sowie des Humanismus und der Reformation.
Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) verlor die Stadt ihre herausragende Stellung mit der Verlagerung der politischen Gewichte im Alten Reich. Die Stadt und ihr Territorium blieben weiter selbständig und konnten von Handel und Handwerk profitieren. Nürnberg wurde 1806 nach der Auflösung des Alten Reichs in das neugegründete Königreich Bayern eingegliedert. Infolge der Industrialisierung erstarkte die Wirtschaft der Stadt wieder. Zugleich sahen in dieser Zeit Anhänger der Romantik und des Historismus im spätmittelalterlichen Stadtbild ihr Ideal verwirklicht.
Ab 1927 fanden die Reichsparteitage der NSDAP in Nürnberg statt. Die Nationalsozialisten nutzten den Mythos der Stadt für ihre propagandistischen Zwecke. Sie errichteten auf dem Reichsparteitagsgelände, einem fast 17 km² großen Gelände im Südosten Nürnbergs, zahlreiche Gebäude und einige Kolossalbauten. Im Zweiten Weltkrieg flogen die Alliierten zahlreiche Luftangriffe auf Nürnberg und beschädigten Teile der Stadt schwer.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Nürnberg als Ort der Kriegsverbrecherprozesse der Alliierten ausgewählt, teils aus pragmatischen, teils wiederum aus symbolischen Gründen. Beim Wiederaufbau hielt man an den gewachsenen Strukturen fest. Die Wirtschafts- und Infrastruktur wurde weiter ausgebaut und trug zum Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit bei.

Der Handwerkerhof Nürnberg wurde 1971 als Touristenattraktion im so genannten „Waffenhof“ des Frauentors, der letzten Nürnberger Stadtbefestigung, angelegt. Er liegt am Altstadteingang „Königstor“ und damit am Fußweg vom Nürnberger Hauptbahnhof zu den traditionellen Touristenzielen Nürnbergs.

Die Mauthalle am Nürnberger Hallplatz in der Lorenzer Altstadt, wurde einst als Kornhaus unter Hans Beheim d. Ä. von 1498-1502 erbaut. Das Korn transportierte man mit Aufzügen in den fünfgeschossigen Dachboden. Das Erdgeschoß des dreigeschossigen Sandsteinquaderbaus war durch die Eingangshalle mit Wagen befahrbar und diente ursprünglich als Wagenhalle und Waffenarsenal des benachbarten Zeughauses.

Die Lorenzkirche in Nürnberg zählt heute zu den schönsten gotischen Sakralbauten Deutschlands. An Stelle der heutigen Kirche stand einst die Laurentius-Kapelle, die als Filialkirche zur Pfarrkirche von Fürth gehörte. Dieser Bau wird in päpstlichen Urkunden schon 1235 und 1258 erwähnt. Wann das Gotteshaus seine Selbständigkeit erlangte kann nicht mit Sicherheit gesagt werden – vielleicht war es schon 1275, spätestens aber 1315. Der Name "St. Lorenz zum Heiligen Grab" taucht erstmals 1243 auf.

Das Nassauer Haus in Nürnberg weicht in seiner Bauart von den ehemals sonst vorherrschenden Fachwerkbauten ab. Es ist in komplett steinerner Bauweise ausgeführt, welche im Mittelalter eigentlich nur bei Burgen und Kirchen Verwendung fand. Das Gebäude wurde mehrfach umgebaut und erweitert. Seine Bezeichnung ist nachweislich falsch, da es sich um das "Schlüsselfelderische Stiftungshaus" handelt. Das Eckhaus in der Karolinenstraße 2 wurde erst im 19. Jht. als "Nassauer Haus" bezeichnet.

Die Frauenkirche wurde 1355 von Kaiser Karl IV. gestiftet und dem Augustiner-Chorherrenstift "Unsere lieben Frauen" aus der Prager Neustadt unterstellt. Sie wurde auf den Grundmauern der Synagoge des ehemaligen Judenviertels errichtet und konnte, ebenfalls 1355, geweiht werden. Ein in den Fußboden eingelassener Davidstern erinnert noch an die Synagoge. Der Chor der Kirche, übrigens die erste Hallenkirche Frankens, wird dem Prager Hofarchitekten Peter Parler zugeschrieben.

Der "Schöne Brunnen" gehört als eine der Sehenswürdigkeiten zur Historischen Meile Nürnbergs. Er befindet sich am Rande des Hauptmarkts direkt neben dem Rathaus. Der Schöne Brunnen ist rund 19 Meter hoch und hat die Form einer gotischen Kirchturmspitze. Der Schöne Brunnen wurde 1385–1396 erbaut.

Die Nürnberger Burg, erbaut ab 1200, ist das Wahrzeichen der Stadt. Sie besteht aus der Kaiserburg und der Burggrafenburg. Nach den Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Burganlage in historischen Formen wiederaufgebaut. Sie zählt in ihrem historischen Charakter als Wehrbau und Kaiserresidenz, Reichsburg und hohenzollerischer Burggrafensitz zu den geschichtlich und baukünstlerisch bedeutendsten Wehranlagen Europas

Das Tiergärtnertor in Nürnberg ist seit der Errichtung der vorletzten Stadtbefestigung im 13. Jahrhundert Bestandteil der Nürnberger Stadtmauer. Der Name des Tores bezieht sich auf ein Wildgehege des Burggrafen im Stadtgraben.

Restaurant Zum Albrecht Dürer Haus.

Das Albrecht-Dürer-Haus wurde wahrscheinlich um 1420 erbaut. Bevor es Albrecht Dürer 1509 erwarb, war es im Besitz des Astronomen Bernhard Walther. Das viergeschossige Gebäude verfügt über einen hohen Sandsteinsockel, über dem sich spätmittelalterliches Fachwerk mit vorgeblendetem Balkon befindet. Das Anwesen ist heute Teil der Museen der Stadt Nürnberg.

Museum Tucherschloß und Hirsvogelsaal: im zwischen 1533 und 1544 errichteten Tucherschloß wird die Welt der Nürnberger Handelsfamilien des 16. Jahrhunderts lebendig. Die Exponate aus dem Besitz der Patrizierfamilie Tucher gehörten teilweise zur Originalausstattung des Schlosses. Die hochkarätige Sammlung zeigt neben Kunsthandwerk, Möbeln und Tapisserien auch Gemälde vom 15. bis zum 19. Jahrhundert.

Die Spitalbrücke wurde im Jahre 1457 "hinter dem Wehrgang der vorletzten Stadtbefestigung" aus Holz erbaut. Ebenso wie die südlichere Heubrücke wurde die Spitalbrücke im Jahre 1485 durch einen Steinbau ersetzt und um dem wachsenden Verkehrsaufkommen im 19. Jht. Herr zu werden, wurden auch beide Brücken entsprechend verbreitert.

Der Kettensteg war wie manch andere Bauten in Nürnberg auch, eine wegweisende Pionierleistung. Er war die erste, frei schwebende, an Ketten hängende und in der Mitte auf einer Insel abgestützte Flußbrücke Deutschlands. Geplant und gebaut wurde die Brücke 1824 vom späteren Professor an der Polytechnischen Schule Konrad Georg Kuppler, der in dieser Zeit noch Mechaniker war. Die Hängebrücke ist ca. 80 Meter lang, der Belag besteht aus 423 hölzernen Bohlen. In Betrieb genommen wurde der Flußübergang am 31. Dezember 1824.

Henkersteg: als "Langer Steg" wurde er 1320/25 zur Verbindung der beiden Nürnberger Stadthälften Sebald und Lorenz errichtet. Seinen Namen verdankt er der Wohnung des Henkers in diesem Turm.

Direkt an der vorletzten Stadtbefestigung liegt der Weinstadel. Ein imposantes, zweigeschossiges Fachwerkgebäude, mit mächtigen Satteldach, das auf einem Sandsteinsockel steht.

In der Weißgerbergasse findet sich das größte Nürnberger Ensemble alter Handwerkerhäuser. Dort zeugen die historischen Bürgerhäuser, oft mit eigenem Brunnen und einem Garten, vom Wohlstand, den das Lederhandwerk mit sich brachte. Statt der geschäftigen Gerber im Mittelalter beleben heute Cafés, Bars, kleine Läden und Handwerksbetriebe die Weißgerbergasse.

Das Germanische Nationalmuseum, gegründet 1852, ist das größte Museum zur Kultur, Kunst und Geschichte des deutschsprachigen Raums von der Frühzeit bis zur unmittelbaren Gegenwart. Es beherbergt rund 1,3 Millionen Objekte.

Historischen Bratwurstküche Zum Gulden Stern von 1419

Zeppelintribüne: Der Platz, auf dem das massige Bauwerk steht, wurde einst als Zeppelinwiese bezeichnet, nachdem dort 1909 das Luftschiff "Zeppelin III" gelandet war. Die Zeppelintribüne entstand durch die Nationalsozialisten, die auf dem Zeppelinfeld ab 1933 ihre Aufmärsche während der Reichsparteitage abhielten. Konzipiert und entworfen hatte die Anlage Reichsbaumeister Albert Speer als Teil eines riesigen NS-Parteitagsgeländes. Zeppelinfeld, Zeppelintribüne, Luitpoldarena, Kongreßhalle, Deutsches Stadion und Große Straße sollten damals den Schauplatz der Nazi-Inszenierungen bilden. Das gigantische Projekt auf einer Gesamtfläche von 11 Quadratkilometern wurde aber nie fertiggestellt, vollendet wurden nur die Luitpoldarena, die Zeppelintribüne, das Zeppelinfeld und ein großer Teil der Aufmarschstraße.

Zeppelinfeld. Tribüne von hinten.

Die Kongreßhalle (Blick über den Großen Dutzendteich). Die Kongreßhalle von 1935 ist der größte erhaltene nationalsozialistische Monumentalbau in Deutschland und steht unter Denkmalschutz. Die Halle war als Kongreßzentrum für die NSDAP mit Platz für 50.000 Menschen geplant. Der Bau blieb jedoch unvollendet, insbesondere kam es nicht mehr zur Überdachung und von der vorgesehenen Höhe von rund 70 Metern wurden nur 39 erreicht.

Die Kongreßhalle von innen.