Eine Kurzreise nach Heidelberg, Schwetzingen und Speyer im Januar 2014

Ende Januar 2014 besuchte ich Heidelberg. Hauptzweck der Reise war der Besuch des Stadtarchivs für ein neues genealogisches Forschungsprojekt. Einen Teil der Akten hatte ich im Herbst bereits in Berlin eingesehen, nun folgten weitere - erfolgreiche - Recherchen im neu eröffneten Stadtarchiv an der Max-Joseph-Straße.
Selbstverständlich blieb auch noch Zeit zur Besichtigung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Wegen der räumlichen Nähe von nur 15 Kilometern bot sich auch ein Besuch von Schloß und Gartenanlagen Schwetzingen an. Kurz vor meiner Abreise entdeckte ich im Heidelberger Archiv Hinweise auf weitere Archivalien in Speyer und so besuchte ich am Tag der Heimreise noch das dortige Bistumsarchiv, wo mir die beiden Leiter hilfreich zur Seite standen. Praktischerweise befindet sich das Archiv dort in unmittelbarer Nähe zum eindrucksvollen Kaiserdom.

Heidelberg

Blick vom Karlsplatz auf das Heidelberger Schloß. Bis zu seiner Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg war es die Residenz der Kurfürsten von der Pfalz. Seit den Zerstörungen durch die Soldaten Ludwigs XIV. 1689 und 1693 wurde das Schloß nur teilweise restauriert. Die Schloßruine aus rotem Neckartäler Sandstein erhebt sich 80 Meter über dem Talgrund am Nordhang des Königstuhls und dominiert von dort das Bild der Altstadt.

Am Karlsplatz gelegen ist nicht nur die Heidelberger Akademie der Wissenschaften, das Palais Boisserée und das Wohnhaus Roßhirt, sondern auch zwei der ältesten und bekanntesten Heidelberger Studentenlokale sowie mehrere Verbindungshäuser, unter anderem das historische Mittermaierhaus. Generationen von Verbindungsstudenten waren schon im 1634 erbauten Gasthaus "Zum Seppl" und dem gleich daneben gelegenen 1703 erbauten "Gasthaus Zum Roten Ochsen" zu Gast.

Kornmarkt mit Mariensäule (1718)

Universitätsbibliothek (Eröffnung des Gebäudes 1905)

Kaiserzeitliche Villen an der Zähringer Straße

Blick vom Schloß Heidelberg auf die Altstadt und die Alte Brücke über den Neckar

Schwetzingen

Seine heutige Form erhielt Schloß Schwetzingen auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, der in Düsseldorf regierte. Das Bauwerk wurde in mehreren Bauabschnitten ab dem Jahre 1697 errichtet und ausgebaut. Im Jahr 1752 wurde eine Gartenerweiterung auf dem damals rund 70 Hektar großen Areal vorgenommen. Obwohl das Schloß seit der Verlegung der Residenz des Kurfürsten Karl Theodor (1742-99) von Mannheim nach München im Jahr 1778 kaum mehr benutzt wurde, wurde in der Folgezeit am Garten weiter gearbeitet.

Im südlichen Bereich des Gartens, dem Türkischen Garten, steht die Rote Moschee von Pigage, errichtet von 1778 bis 1785. Das Bauwerk hat keine liturgische Funktion, es handelt sich vielmehr um ein Gartenfolly mit ausschließlich ästhetischer Bedeutung. Die Schwetzinger Moschee ist der erste und größte Bau dieser Art in einem deutschen Park.

Merkurtempel (1787/88)

Apollotempel (1762)

Speyer

Als römische Gründung wurde Speyer Noviomagus oder Civitas Nemetum genannt. Sie ist eine der ältesten Städte Deutschlands und wurde als Spira um 600 Zentrum des Speyergaues. Im Mittelalter war Speyer als freie Reichsstadt eine der bedeutendsten Städte des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Der Speyerer Dom (auch Kaiser- und Mariendom genannt) ist nach der Zerstörung der Abtei Cluny die größte erhaltene romanische Kirche der Welt. Der Baubeginn war etwa im Jahre 1025 durch den salischen König und späteren Kaiser Konrad II. Die 1041 geweihte Krypta ist die Grablege der Salier.

Am vom Dom aus gesehen anderen Ende der Maximilianstraße (im Volksmund „Hauptstraße“ genannt), liegt das 55 m hohe „Altpörtel“, das im Mittelalter das westliche Haupttor der Stadt darstellte. Die unteren Teile des heutigen Tores wurden zwischen 1230 und 1250 erbaut, das oberste Geschoß mit der Galerie und dem 20 m hohen Walmdach wurde zwischen 1512 und 1514 hinzugefügt. Nach dem großen Stadtbrand wurde das Altpörtel 1708 mit einem neuen Schieferdach versehen.

Historisches Museum der Pfalz (Bau von 1910)