Eine Kurzreise nach Bremen im September 2011

Mitte September fuhr ich für 2 Tage nach Bremen, bequem über die A1 mit dem Auto zu erreichen.

Die Altstadt Bremens ist erfreulicherweise fußläufig und ich hatte mir ein zentral gelegenes Hotel gesucht. Der Tourismus konzentriert sich insbesondere auf den Bereich um den Marktplatz. Dieser imponiert durch ein wunderschönes Häuserensemble: Rathaus (ca. 1405 in Stil der Weserrenaissance), Roland (1404, Symbol für Recht und Freiheit), Unserer Lieben Frauen-Kirche (11. Jht., Pfarrkirche), St. Petri Dom (13. Jht.), Haus Schütting (Haus der bremischen Kaufmannschaft) und die Bremer Stadtmusikanten (1951). Leider befindet sich an dieser exponierten Stelle auch das Parlamentsgebäude von 1966.

Vom Markt zweigt die nur 110 m lange Böttcherstraße ab, erbaut in den 1920er Jahren und man findet hier Läden, Gastronomie, Museen etc. Neben dem Marktplatz ist die zweite Attraktion der Stadt das Schnoorviertel. Dies ist das älteste Viertel der Stadt mit einem Häuserensemble aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Leider schieben sich durch die Gassen Unmengen an Touristen.

Schön ist auch die Weserpromenade "Schlachte" mit historischen Schiffen, Sommergärten etc. Umfaßt wird die Altstadt im Norden und Osten durch die Wallanlagen, welche nach dem Schleifen der Stadtbefestigung 1802 entstanden. Ich hatte das Glück, daß das Informationszentrum zu den Wallanlagen am Herdentor geöffnet hatte und mir ein netter Herr einen Kurzabriß der Stadtgeschichte gab.

Das bekannteste Museum Bremens ist vermutlich das Übersee-Museum am Bahnhof. Ich besuchte es mit hohen Erwartungen, bin ich doch weit gereist und zudem gut bewandert in - vor allem deutscher - Kolonialgeschichte. Letztere prägt in großem Umfang die Sammlungen des Museums, insbesondere zu Ozeanien und Afrika. Im Haupthaus werden ausgearbeitete Ausstellungen gezeigt. Enttäuschend ist allerdings das sogenannte Schaumagazin. Dies zeigt eine unvorstellbare Fülle an Exponaten nach Kontinenten geordnet. Allerdings sind sie nur grob Kategorien zugeordnet und nicht einzeln beschriftet. Das ist ärgerlich, vor allem, wenn man sich intensiv mit einem Kulturkreis beschäftigt. Ich hätte beispielsweise sehr gerne bei den Exponaten zu den nordamerikanischen Indianern mehr Informationen gehabt.

Ausklingen ließ ich den Abend im bestens besuchten "Spitzen Gebel" hinter dem Schütting. Erfreulicherweise gibt es in Bremen keine Sperrstunde.

Rathaus
Roland

Dom
Bremer Stadtmusikanten
Böttcherstraße
Schnoorviertel
Mühle am Wall